Die Wirte im Bezirk Baden bleiben motiviert. Der Gästezulauf stellt die Wirte zufrieden. Probleme gibt es jedoch, geeignetes Personal zu finden.

Von Simon Weiß, Stephanie Pirkfellner und Thomas Lenger. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:37)
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Franz und Karl Rosenbauch können sich bei diesen Köstlichkeiten über Besuchermangel in ihrem Hauben prämierten Restaurant in Ebreichsdorf nicht beschweren.
Thomas Lenger, Thomas Lenger

Seit etwas mehr als zwei Monaten sind die Wirtshäuser und Restaurants samt Gastgärten wieder belebt. Gerade die Gastronomie war eine der Branchen, welche unter der Covid-Pandemie und den damit einhergehenden Restriktionen am meisten zu leiden hatten. Wie ist es einige Zeit nach der Wiedereröffnung um Badens Gastronomen bestellt; wie sieht die Kundinnen- und Kundenfrequenz aus und zeichnet sich im Bezirk ein vielerorts problematischer Personalmangel ab?

Gerhard Maschler, Sprecher der Wirte im Bezirk Baden und gleichzeitig Eigentümer des Traiskirchner „Gasthaus Maschler“, zeigt sich ob der Reservierungslage vorsichtig optimistisch: „Es wird derzeit auf jeden Fall besser, der Zulauf an Kundinnen und Kunden nimmt zu, aber wir sind noch lange von einem Normalzustand entfernt. Es ist definitiv noch Luft nach oben.“

 Prekär sei es um die Personalsituation bestellt, konstatiert Maschler: „Die Lage ist wirklich furchtbar. Küchenpersonal sowie Kellnerinnen und Kellner sind kaum zu finden, etlichen Gastronomen geht es so.“

Das Badener Restaurant „Amterl“, welches auch an seinem zweiten Standort in Mödling besucht werden kann, sei laut dessen Betreiber Michael Dvoracek seit dem Ende des letzten Lockdowns so gut wie täglich ausreserviert: „Die Zahl an Besucherinnen und Besuchern ist wirklich sehr gut. Veranstaltungen mussten außerdem nicht abgesagt werden“, sagt Dvoracek. 

Auch die Überprüfung der 3G-Regel gestalte sich problemlos, sämtliche Gäste hielten sich diszipliniert an die Eintrittsvorgaben der Gastronomie. Schwierigkeiten ortet Dvoracek allerdings – wie so viele – hinsichtlich des Personals: „Es ist nicht leicht für uns, unseren Personalstand zu ergänzen, was jedoch notwendig wäre.“

Diesbezüglich befindet sich das im Herzen Badens gelegene Steakrestaurant „El Gaucho“ in einer besseren Ausgangslage, wie Geschäftsführer Michael Grossauer erzählt: „Seit einigen Jahren arbeiten wir im Sommer mit Praktikantinnen und Praktikanten zusammen. Da sich unser Gastgarten vergrößert hat, ist das zusätzliche Personal von Vorteil.“

Vier-Tage-Woche als Anreiz für Personal

Die Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnensituation sei dennoch herausfordernd, und so habe man sich entschieden eine Vier-Tage-Woche anzubieten, um vor allem jungem Personal eine bessere Work-Life-Balance zu bescheren. Zur Reservierungslage meint Grossauer: „Wir haben gerade Hochsaison und sind bestens besucht!“ Lediglich das heuer abgesagte Fest „Baden in Weiß“ entgehe dem „El Gaucho“.

Genauso gut besucht wie das „Amterl“ und das „El Gaucho“ ist das Hauben prämierte Ebreichsdorfer Restaurant „Rosenbauchs“ unter der Leitung von Franz und Karl Rosenbauch. Ersterer bewertet die Gästefrequenz folgendermaßen: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäft und freuen uns natürlich wieder, unsere Stammkunden und viele neue Gäste bei uns bewirten zu können.“ Mit dem Kontrollieren des 3G-Nachweises haben die Gastronomen kein Problem, alles funktioniere unkompliziert. Auch das Personal betreffend gebe es keine Schwierigkeiten: „Wir haben unser Team während des Lockdowns weiterbeschäftigen können und müssen daher nun nicht nach neuen Leuten suchen.“

Für Miroslav Huliciak, den Betreiber des Gasthofes und Hotels „Zum alten Jagdschloss“ in Mayerling im Wienerwald, habe die Pandemie glücklicherweise keine großartigen Komplikationen gebracht, wie er sagt: „Wir sind gut durch die Krise gekommen und merken, dass die Erleichterungen langsam spürbar werden.“ Ein Personalmangel zeichne sich im „Alten Jagdschloss“ nicht ab, sagt Huliciak: „Das System der Kurzarbeit hat bei uns erfreulicherweise sehr gut funktioniert, wir konnten dadurch sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behalten.“

Generell hofft Huliciak auf einen Aufschwung im touristischen Geschehen.

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