Ortschef fast selbst Zeuge bei Überfall. Nur eine halbe Stunde vor dem Überfall war Bürgermeister Alfred Artmäuer selbst im Geschäft einkaufen. Beunruhigung am Ball.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 19. Februar 2019 (06:02)
BH
Bürgermeister Alfred Artmäuer befürchtet amerikanische Verhältnisse.

Entsetzt über den Supermarkt-Überfall zeigt sich auch Günselsdorfs SPÖ-Bürgermeister Alfred Artmäuer. Er war nur eine halbe Stunde vor Kassaschluss mit seinem Enkelkind in der Filiale und hat mit dem jungen Mitarbeiter an der Kassa gescherzt, der dann später offenbar von den beiden Tätern als Geisel genommen wurde.

Artmäuer tun die Angestellten des Supermarkts besonders leid, denn vor drei Jahren war dieselbe Filiale bereits Zielscheibe eines Überfalls. Eine Mitarbeiterin von damals war auch diesmal mit dabei. Damals hatte sie massive psychologische Probleme nach dem schrecklichen Vorfall. Der Bürgermeister überlegt daher, ob er nicht auf Privatinitiative den Mitarbeitern des Günselsdorfer Billa-Supermarktes eine Anerkennung in Form eines Wellnessgutscheins zukommen lassen wolle.

Der Überfall war auch das Gesprächsthema bei der örtlichen Ballveranstaltung am Samstagabend, nur kurze Zeit nach dem Überfall. Die Ballgäste waren sehr beunruhigt und wussten nicht, wie sicher sie sich fühlen konnten, da nicht klar war, ob die bewaffneten Täter eventuell noch in der Nähe wären. Hier würde sich Artmäuer eine bessere Kommunikation mit der Polizei wünschen, obwohl er natürlich verstehe, dass die Exekutive mit ihren Infos zu Tatorten sensibel umgehen müsse. Artmäuer hofft nun, dass die Täter erwischt werden. Er glaubt, dass sie zwar zu Fuß geflohen sind, aber irgendwo in der Nähe bestimmt ein Auto hatten, mit dem sie dann wegfahren konnten.

Er selbst habe der Polizei im Nachhinein ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen gemeldet, das er am Weg zum Ball mit eingeschaltetem Licht parkend gesehen habe. Leider sei ihm das Kennzeichen nicht mehr eingefallen. Er appelliert an die Bevölkerung, immer die Augen und Ohren offen zu halten und Verdächtiges sofort der Polizei zu melden – „die fahren auch gleich, das weiß ich aus Erfahrung“.

Generell fürchtet Artmäuer, dass „mittelfristig amerikanische Verhältnisse bei uns Einzug halten“ werden, indem private Sicherheitsdienste auch die Supermärkte bewachen. Aber: „Die totale Überwachung will bei uns in Wirklichkeit niemand.“

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