Zweiter Klimastreik in Baden. Kirchenleute unterstützen Kampf gegen Klimakrise. Kirchturmuhr stand sogar für das Klima still.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. Juni 2019 (03:35)
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„Wir streiken bis Ihr handelt“, forderten die Teilnehmer von ParentsForFutureBaden die Politik auf, Maßnahmen zu setzen. Ganz im Zeichen der Bewahrung der Schöpfung und der zweiten Enzyklika „Laudato si“ wurde diese Aktion unterstützt von Wieland Curdt, dem evangelischen Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Baden, dem katholischen Pfarrer Bogdan Pelc von St Christoph in Baden und Michael Simmer dem Jugendpfarrer der evangelischen Jugend in Niederösterreich. Kleines Bild: Die Kirchturmuhr hielt einen Tag lang bei 5 vor 12.

Am Freitag begann der zweite Klimastreik in Baden pünktlich um 5 vor 12 Uhr am Hauptplatz. Vom dort startete der Marsch, zog vorbei an den Gymnasien in der Frauengasse und der Biondekgasse und endete bei der evangelischen Kirche.

Den zweiten Badener Klimastreik unterstützte die evangelische Gemeinde in Baden ganz besonders. Sie erklärte sich bereit, die Kirchturmuhr einen Tag lang als Symbol für den Klimaschutz auf 5 vor 12 Uhr anzuhalten.

NOEN

„Als ich vor einigen Jahren in Spitzbergen auf einer Treckingtour in der Arktis war, habe ich die brutale Geschwindigkeit, mit der die Klimakrise fortschreitet selbst erleben müssen“, erzählt Wieland Curdt betroffen. Wo früher ein Gletscher. war, hatte sich in kurzer Zeit ein See gebildet, erinnert er sich. „Die Bewahrung der Schöpfung ist für mich ein zentraler Punkt. Wir Menschen haben den Auftrag Gottes uns um die Erde zu kümmern. Daher ist es für mich selbstverständlich, dass man möglichst umweltfreundlich lebt und das Klima schützen muss. Dazu gehört auch dafür einzutreten, wenn genau das nicht passiert.“

„Als ich vor einigen Jahren in Spitzbergen auf einer Treckingtour in der Arktis war, habe ich die brutale Geschwindigkeit, mit der die Klimakrise fortschreitet selbst erleben müssen“

Die katholische Kirche hat 2015 durch die zweite Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus klar gemacht, dass sich die Kirche auch für Umweltschutz und den Kampf gegen die Klimakrise einzusetzen hat. In dieser Tradition unterstützt auch Bogdan Pelc, Pfarrer von St. Christoph diese Aktion. „Als passionierter Bergsteiger habe ich die Auswirkungen des Klimawandels am eigenen Leib bereits wahrnehmen müssen“, berichtet er.

Im Kleinen, in der eigenen Pfarrgemeinde St Christoph, habe man bereits die ersten Klimaschutzschritte gesetzt: „Die Heizung wurde von Erdgas auf Biomassefernwärme umgestellt und bei Veranstaltungen verwenden wir kein Einweggeschirr mehr. Die Klimakrise ist eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit“, zählt Pelc auf.

„Die Heizung wurde von Erdgas auf Biomassefernwärme umgestellt und bei Veranstaltungen verwenden wir kein Einweggeschirr mehr"

Auch Michael Simmer, der Jugendpfarrer der evangelischen Jugend NÖ unterstützte den zweiten Badener Klimastreik. Im Zeichen der evangelischen Tradition rief er den Schülern zu: „Fürchtet Euch nicht! Tretet ein für Eure Interessen und lasst Euch nicht entmutigen.“