Leobersdorf

Erstellt am 25. Mai 2018, 01:52

von Christian Dusek

ASC Leobersdorf: Wirbel um Förderung. In der Vorwoche berichtete Johann Zöhling (ÖVP) über Erfolge beim Land – Liste Zukunft und ASC-Obmann widersprechen.

ASC-Chef Christian Rührl wehrt sich gegen Parteiwerbung. Johann Zöhling verteidigt jedoch seine Vorgehensweise.  |  NÖN, NLK Burchart

In der Vorwoche berichtete die NÖN über Förderungen von 300.000 Euro, die der Orts-Obmann der ÖVP, Johann Zöhling beim Land NÖ für den Neubau des Kabinentraktes beziehungsweise für Sanierungsmaßnahmen des Vereinsgebäudes des ASC Leobersdorf erhalten haben soll.

Laut Zöhling habe sich ASC-Obmann Christian Rührl bei ihm beklagt, dass der Neubau eigentlich schon beginnen hätte sollen und bisher nichts passiert wäre – dieser zeigt sich aber über die Aussagen Zöhlings verwundert: „Natürlich sind wir, beim ASC, über die Förderungszusage sehr erfreut. Den ohne Unterstützung von Gemeinde, Land und Fußballverband sind solche Projekte nicht zu finanzieren. Ich möchte mich allerdings als Obmann eines politisch unabhängigen Vereines aufs Äußerste dagegen wehren als Parteiwerbung für einzelne Politiker missbraucht zu werden. Gemeinderat Johann Zöhling war bei den Planungssitzungen nie dabei und ist bisher in dieser Angelegenheit auch nie in Erscheinung getreten. Es ist alleine der Gemeinde und im speziellen Bürgermeister Andreas Ramharter zu verdanken, dass nach sehr kurzer Planungsphase diese nach vier Monaten abgeschlossen und mit den Ausschreibungen begonnen werden konnte. Auch war es Ramharter der im April persönlich die Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich über die Höhe der Förderung geführt und diese auch positiv abschließen konnte“.

Als Baubeginn sei ohnehin dieser Sommer festgelegt wurden, führt Rührl weiter aus.

„Schlag ins Gesicht für alle Gemeinderäte“

Die Liste Zukunft Leobersdorf reagierte gar mit einer Aussendung, die Aussagen des ÖVP-Obmanns Zöhling seien „ein Schlag ins Gesicht für alle Gemeinderäte, die selbst ihre wertvolle Freizeit in das Projekt gesteckt haben“.

Weiters heißt es: „Im Vorfeld dieses Großprojekts hat sich sogar sehr viel getan: der Sportausschuss des Gemeinderates ist mit dem Fußballvereins-Obmann und dem Planer einen ganzen Tag lang zu anderen Sportplätzen unterwegs gewesen, um sich ähnliche Projekte anzusehen und Anforderungen für den Sportplatz Leobersdorf zu erarbeiten. Bürgermeister, Vizebürgermeister, Amtsleiter und Obmann haben in unzähligen Projektsitzungen die Feinabstimmung der Planung vorgenommen und an der Finanzierbarkeit gearbeitet. Sie, Herr Zöhling, haben sich dabei überhaupt nicht eingebracht und waren auch bei keinem Planungsgespräch dabei“, wendet sich die Liste direkt an den schwarzen Parteiobmann.

Auch bei Gesprächen im Land war Zöhling nicht vertreten, poltert die Liste Zukunft weiter: „Bürgermeister Andreas Ramharter und Amtsleiter Andreas Morgenbesser waren bei dem Fördergespräch im Land Niederösterreich mit den zuständigen Beamten. Bei diesem Termin ist eine Landesförderung aus verschiedenen Töpfen in Aussicht gestellt worden und mittlerweile telefonisch bestätigt worden“.

„Neid ist bekanntlich ein Laster"

Wahr sei laut Liste Zukunft vielmehr, dass Zöhling offenbar über einen internen Weg im Land NÖ vom Ergebnis der Förder-Besprechung erfahren habe und dieses nun als eigenen Erfolg verkaufen wolle.

Der Angesprochene verteidigt seine Aussagen: „Neid ist bekanntlich ein Laster. Die Liste Zukunft verträgt es scheinbar nicht, wenn jemand anderer Erfolge für Leobersdorf erzielt. Wir werden uns nicht vorschreiben lassen, mit wem wir wann über welche Themen sprechen – und schon gar nicht, wenn dabei etwas Positives für Leobersdorf herauskommt“, so Zöhling.