Gutachten spricht gegen Kartbahn in Leobersdorf . Die Flächenumwidmung für die geplante Elektro-Kart Bahn wurde vom Land Niederösterreich abgelehnt.

Von Christian Dusek. Erstellt am 17. September 2019 (04:32)
MARV GmbH
Der "Traum" von der Elektro-Kartbahn in Leobersdorf scheint geplatzt zu sien

Husar
Bürgermeister Andreas Ramharter nimmt Gutachten zur Kenntnis.

Monatelang war das Thema der große Zankapfel zwischen der regierenden Liste Zukunft und der Opposition, vertreten durch ÖVP und SPÖ: Der Gemeinderats-Entscheid zur Flächenumwidmung des Ackers hinter der Autobahnraststätte.

Geplant wäre gewesen, dass der derzeitige Betreiber der Kottingbrunner Kartbahn, die Marv GmbH, auch in Leobersdorf eine Bahn, teilweise in Freiluft und mit leisen Elektro-Karts aus eigener Produktion, eröffnet. Damit sind die Wünsche des Betreibers vorerst geplatzt. Geplant waren „100 Events jährlich, dazu etwa zehn Groß-Events“.

Bürgermeister Andreas Ramharter, Liste Zukunft Leobersdorf, hat sich von Anfang an festgelegt: „Natürlich geben wir einem Unternehmer, der etwas in der Gemeinde investieren will, die Chance. Bevor zu diesem Thema allerdings etwas konkret wird, müssen wir die Beurteilung durch das Land Niederösterreich abwarten“.

Nachdem diese in Form einer ablehnenden Stellungnahme eingetroffen ist, sagt Ramharter: „Die E-Kart-Bahn ist das Projekt eines Betreibers und nicht das der Gemeinde. Das Gutachten muss man jetzt einmal zu Kenntnis nehmen. Wir werden uns damit auseinandersetzen und es analysieren.“

Anwalt will noch nicht aufgeben

Der Anwalt der Marv GmbH, Gottfried Forsthuber sen., sieht das Gutachten nicht als endgültiges negatives Urteil über die Pläne seines Mandanten. Er erklärt: „In dem Gutachten sind zwei, drei Punkte, die anders beurteilt wurden, als wir erwartet hätten. Ich möchte zu diesen Punkten noch einmal entsprechende Gutachter hinzuziehen, da ist einiges was geklärt und noch einmal besprochen gehört.“ Generell findet er die Aufregung um die E-Kart-Bahn nicht nachvollziehbar.

„Es handelt sich um eine E-Kart-Bahn, die Autos würden also absolut keinen Lärm machen. Es wäre schade, wenn das Projekt nicht verwirklicht wird, weil der Betreiber schon viel Geld investiert hat und ich davon überzeugt bin, dass auch die Leobersdorfer Gastronomie- und Heurigenbetriebe davon profitieren würden.“

Die Leobersdorfer Volkspartei hatte sich von Anfang an gegen das Projekt ausgesprochen und eine Volksbefragung initiiert, die mit einem klaren Ergebnis gegen die Kartbahn ausgegangen ist. Im Mai wurden 1.466 gültige Stimmen abgegeben, 975 Bürger sprachen sich gegen den Bau einer Kartbahn aus, nur 491 waren dafür. ÖVP-Parteivorsitzender Johann Zöhling war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.