Gold für die Dame des Hauses. Preis für Traubenbrand von Renate Herzog aus Ödlitz. Über Geschichte vom Kuchlheurigen zum Weingut.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 06. Mai 2021 (03:34)
Die Weinhauer Poldi und Renate Herzog führen ihren Traditionsheurigen bereits in der 3. Generation.
Holzinger.Presse, Holzinger.Presse

Bei der „AB-HOF“ in Wieselburg wurde der Traubenbrand Muskat Ottonel von Renate Herzog mit Gold ausgezeichnet. Sie ist seit 2013 zertifizierte Edelbrand-Sommelière und destilliert seither Obst aus Eigenanbau: „Früher brannte mein Schwiegervater und nachdem mein Mann keine Zeit dazu hat, übernahm ich diese Aufgabe sehr gerne und absolvierte dementsprechende Kurse.“

Die Familie Herzog blickt auf eine erfolgreiche Heurigentradition zurück und schaffte es, aus dem einstigen „Kuchlheurigen“ ein Weingut erster Klasse zu zaubern. Poldi und Renate Herzog führen den Betrieb bereits in der dritten Generation.

Der Familienbetrieb wurde 1950 gegründet und war bald beliebter Treffpunkt. Besonders die damalige Heurigenwirtin Rosa Felber war eine Legende. Früher wurden einfach die Möbel beiseite gerückt, Tische und Bänke aufgestellt, geschlachtet und gekeltert und die Gäste konnten kommen. „Das hat sich gründlich geändert, ob immer zum Vorteil, weiß ich nicht. Es gibt unzählige Vorschriften und ein Betrieb wie man ihn früher führen konnte, wäre heute undenkbar“, ist Poldi Herzog überzeugt. Auf jeden Fall lautete der Leitspruch seiner Großmutter: „Das Weingeld macht mehr aus, als das Milchgeld“ – und so sei es wohl bis heute geblieben.

„Wir übernahmen den Betrieb von meinen Eltern Leopold und Frieda, die neben der Landwirtschaft mit 30 Rindern, 70 bis 80 Schweinen, den Weingärten mit dem Heurigenbetrieb auch noch uns fünf Kinder großzogen“, erzählt Herzog. „Wir waren immer Familienbetrieb und wir wuchsen in den Betrieb hinein und wollen dieses traditionelle Heurigenflair beibehalten. Bei uns wird alles selbst produziert, es gibt Hausschlachtung und den Wein unserer Gärten“.

Auch Gin produziert im Familienumfeld

Auch die Kinder von Renate und Poldi stiegen in die Fußstapfen ihrer Eltern. So führt Tochter Corinna mit ihrem Mann Reinhard Dungel einen erfolgreichen Heurigenbetrieb in Leobersdorf und die zweite Tochter Sarah produziert mit ihrem Lebensgefährten Gin – sie gründeten kürzlich das Unternehmen „Arkanum Distillery“.

Zurzeit bereitet sich die Winzerfamilie auf den ersten Heurigentermin am 27. Mai vor: „Wir freuen uns auf unsere Gäste, bis dahin gibt es unser Abholservice und wir liefern ab 30 Euro auch gerne aus.“