Fledermauspfad wird eröffnet. Neu eröffneter Fledermauspfad zeigt das Leben der tierischen ‚Vampire‘ und Besonderheiten der Insektenwelt.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 26. April 2019 (08:28)
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Symbolbild

Der erste Teil des Fledermauspfades erfordert es, gut bei Fuß zu sein und auch wandergerechtes Schuhwerk zu tragen.

Doch wenn man langsam und umsichtig bergauf steigt, „dann ist dieser Weg auch absolut kindertauglich“, befindet Gemeinderat Viktor Paar, VP. Und tatsächlich, nach den ersten steilen Metern zweigt der Weg links ab und der neu gestaltete Kinderspielplatz lädt zu einer Atempause ein. Dafür sorgen auch zwei hölzerne Wildschweine, die daran erinnern, dass dieser Platz eigentlich gerne nachts von den Borstentieren besucht wird. An den Bäumen leicht zu erkennen sind die Fledermausnistkästen, die helfen sollen, das natürliche Vorkommen dieser Tiere rund um die Einöd-Höhlen zu fördern. Paar erklärt: „Eigentlich nisten Fledermäuse in hohlen Bäumen, davon gibt es aber nicht mehr allzu viele. Wir hoffen, dass die Nistkästen dazu beitragen, damit sich vermehrt verschiedene Fledermausarten hier ansiedeln.“

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Unten sind die Nistkästen offen, damit die Fledermäuse hineinschlüpfen können.

Die Einödhöhlen sind mittlerweile ins Blickfeld der Wanderer gerückt. Diese Gegend des Biosphärenpark Wienerwalds ist nicht nur für Fledermäuse berühmt, sondern auch für seltene Schmetterlingsarten.

Zwei Wanderer aus Perchtoldsdorf, Sibylle und Günther Zöchling, halten sich gerade auf der neu gestalteten Aussichtsplattform auf. Günter Zöchling bekennt: „Uns interessieren weniger die Höhlen, als die Schmetterlinge, die man hier noch finden und fotografieren kann.“

Auf der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Blick über das gesamte Wiener Becken, die Erhebungen am Ende des Horizonts ist das Rosaliengebirge. Dann wird es ernst. Viktor Paar betritt den Eingang zur Höhle und sperrt den hölzernen Zaun auf, der ein weiter gehen sonst unmöglich macht. Hier oben in den Nischen halten die Fledermäuse Winterschlaf.

Jetzt sind die Tiere bereits ausgeflogen. Würde jemand im Winter die Höhle betreten, dann würde das den Puls der Fledermäuse derart beschleunigen, dass diese sterben würden. Um diese Gefahr erst gar nicht aufkommen zu lassen, bleibt die Höhle geschlossen und ist nur nach telefonischer Voranmeldung zu besichtigen. Die Führung übernimmt Wald-Tipi-Betreiberin Viktoria Prieler.

Die Gemeinde hat nicht nur in den Spielplatz und in die Aussichtsplattform investiert, sondern auch in den Fledermauspfad selbst, „der völlig von kleinen Steinen bedeckt war. Wir haben auch Entwässerungsgräben angelegt, damit der Weg bei starkem Regen nicht überschwemmt wird.“ Bei den Forstarbeiten half auch tatkräftig die Berg- und Naturwacht mit.