Krammel als Bezirksbauernkammerobmann wiedergewählt. Johann Krammel wurde bei der konstituierenden Sitzung als Bezirksbauernkammerobmann wiedergewählt.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 06. Juni 2020 (04:55)
Kammersekretär Johann Sperber, Bezirksbäuerin Regine Fischer, NÖ-Landwirtschaftskammervizepräsident Lorenz Mayer, Kammerobmann Johann Krammel und seine zweite Stellvertreterin Irene Pechhacker.
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Der Wahlvorschlag lautete auf Johann Krammel, und der Landwirt aus Siegenfeld wurde von den anwesenden Kammerfunktionärinnen und Funktionären im Gemeindesaal von Pfaffstätten, der statt der Bezirksbauernkammer als Wahlort diente, auch zu hundert Prozent als Obmann wieder bestätigt.

An seiner Seite finden sich zwei starke Frauen: Bezirksbäuerin Regine Fischer aus Tribuswinkel und Irene Pechhacker aus Altenmarkt an der Triesting sind seine beiden Stellvertreterinnen. Die Wahl lief unter den Augen des stellvertretenden Präsidenten der Landwirtschaftskammer NÖ, Lorenz Mayer ab.

Auf die schwierige Lage der Bauernschaft in Zeiten wie diesen wies Krammel in seiner Antrittsrede hin. „Uns Bauern fehlen die Absatzmärkte. Manche Gemüsebauern haben Erdbeeren im Keller, die sie nicht verkaufen können. Das bringt gewaltige Einbußen mit sich.“

Regionale Versorgung wird immer wichtiger

Etwas Positives kann Krammel der Krise doch abgewinnen: „Während des Lockdowns haben die Leute begonnen nachzudenken, wo das Essen eigentlich herkommt. Die regionale Versorgung ist wieder stärker in den Fokus gerückt. Ich kann nur sagen, dass die 38.000 niederösterreichischen Bauern diese Versorgungssicherheit garantieren.“ Im Bezirk Baden waren bei der vergangenen Kammerwahl 3.584 Stimmberechtigte.

Besonders freut ihn: „Wir haben hier im Bezirk für den Bauernbund das zweitbeste Ergebnis geschafft. Die Freien Bauern (FPÖ) und die SPÖ Bauern haben im Vorfeld gar keinen Kandidaten nominiert. Gas gegeben hätten im Bezirk „aber die Frauen, wie man an meinen zwei Stellvertreterinnen sehen kann“, betont Krammel. Er setzt in Zukunft verstärkt auf Kommunikation, „vor allem mit den Konsumenten. Wenn ich meine Felder bewirtschafte und Spaziergänger regen sich deshalb auf, warum ich gerade dieses oder jenes tue, dann erkläre ich es. Die Menschen wissen nicht mehr, wie bäuerliche Arbeit funktioniert. Und dass sie in Österreich deshalb funktioniert, weil wir kleinstrukturierte Familienbetriebe haben, das hat sich ja gerade jetzt in der Krise gezeigt“.

Was ihn schmerzt: „Alles darf in Österreich einen Preis haben, nur unsere hochwertigen Lebensmittel nicht. Es bilden sich Menschenschlangen, wenn es darum geht, das neueste Smartphone zu ergattern. Da wird gar nicht nach dem Preis gefragt. Aber bei Lebensmitteln, speziell beim Fleisch, wird immer auf die billigsten Produkte zurückgegriffen.“

Hier ortet Krammel noch Gesprächsbedarf mit den Konsumentinnen und Konsumenten.