Wirbel um Baumfällungen in Baden. Widerstand gegen Umgestaltung der Pfarrgasse im Bereich „Lumpentürl“.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 30. April 2019 (04:27)
Aufnahme kurz nach den Baumfällungen vorigen Freitagfrüh, kurz vor den Aufräumarbeiten.
Sagmeister

Die im März im Gemeinderat mit den Stimmen von ÖVP, Grünen und NEOS mehrheitlich beschlossene Neugestaltung eines Teils der Pfarrgasse um 170.000 Euro, wird jetzt in Angriff genommen. Im Vorfeld der Arbeiten hat sich allerdings Unmut unter Anrainern und Geschäftsleuten formiert.

Am Dienstag voriger Woche wurde eine Petition gegen die Neugestaltung gestartet – Motto: „Das Brunnenplatzl muss erhalten bleiben!“ In drei Tagen wurden über 220 Unterschriften gesammelt, damit der Platz so wie er ist, erhalten bleibe.

Für Samstag hat sich mit Unterstützung der Bürgerliste von Jowi Trenner eine Kundgebung angekündigt. Als dann am Freitag in der Früh die drei dortigen Bäume umgesägt wurden, war die Empörung und das Entsetzen noch größer. Stadtrat Jowi Trenner spricht von einer „Nacht- und Nebel Aktion“. Er unterstellt der Gemeinde „vollendete Tatsachen“ geschaffen zu haben, da die Bäume laut einem Privatgutachten gesund gewesen seien.

„Das Brunnenplatzl muss erhalten bleiben!“

Bei der Kundgebung am Samstagnachmittag, zu der sich ein paar Anrainer und Geschäftsleute sowie einige Mandataren der Bürgerliste versammelt hatten, präsentierte Trenner die Unterschriftenliste, die er im nächsten Gemeinderat vorlegen wolle. Dabei stellte er drei Forderungen auf: Erstens die Wiederaufforstung mit erwachsenen Bäumen, zweitens keine Umbauarbeiten und „somit Geldverschwendung“, sondern nur kleinere Ausbesserungen.

Und drittens fordert er eine bessere Markierung des „Lumpentürls“, des kleinen, versteckten Zugangs in der ehemaligen Stadtmauer, eine der Touristenattraktionen Badens. Trenner und die Anwesenden kritisierten das fehlende Miteinander und dass es keine Vorabinfo für die Anrainer und Geschäftsleute gegeben habe.

Das lässt Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) nicht gelten. Sie habe persönlich die betroffenen Geschäftsleute besucht und Pläne ausgeteilt. Das Projekt sei auch auf Wunsch aus der Bevölkerung entstanden, in dem Bereich einen besseren Zugang zu den Geschäften und zum „Lumpentürl“ zu ermöglichen. Bei der Bürgerbudget-Abstimmung haben 28 Prozent der 3.000 Teilnehmer für die Neugestaltung votiert, erinnert Krismer. VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek betont, dass nun auch in diesem Bereich der hochwertige Granit-Pflasterbelag verlegt werde, der sonst bereits fast überall in der Fußgängerzone sei.

„Das offene, lebendige Lebensgefühl unserer Stadt muss sich in der Gestaltung unserer Innenstadt widerspiegeln“, sagt Szirucsek. Wie auch Krismer, betont er, dass die bisherigen Bäume nicht zukunftsfit gewesen seien und durch für Innenstadtlagen besonders robuste Sorten ersetzt werden. Drei solche „ein paar Jahre alte“ Dreizahnahorne werden im Zuge der Erneuerung nun gesetzt.

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