Ärztin aus Ebreichsdorf auf den Barrikaden. Allgemeinmedizinerin Cornelia Tschanett setzt sich für Standeskollegen ein, damit diese besser ausgerüstet werden.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 03. April 2020 (04:41)
Die in Ebreichsdorf praktizierende Allgemeinmedizinerin Cornelia Tschanett.
Lenger

In der ORF- Fernsehsendung „im Zentrum“ vor zwei Wochen war die praktische Ärztin Cornelia Tschanett zu Gast, die ihre Praxis in Ebreichsdorf führt. Kritisiert wurde von der niedergelassenen Ärztin vor allem die Versorgung der praktischen Ärzte mit Schutzausrüstung.

Gegenüber der NÖN schildert sie die „unerträgliche“ Situation: „Wir haben fünf Masken von der Österreichischen Gesundheitskasse bekommen, die wir in Wiener Neustadt abholen mussten.“

Tschanett führt weiter aus: „Wir müssen uns die Schutzausrüstung selbst organisieren, so habe ich erst vor wenigen Tagen von einem Lackierer einige Masken erhalten.“ Und das, obwohl die Medizinerin und ihre fünf Mitarbeiterinnen eigentlich täglich neue Schutzkleidung und Masken benötigen würden. Der Andrang in ihrer Ordination ist derzeit sehr stark.

Viele Ordinationen mussten schließen

Sie erklärt, warum: „Zu uns kommen im Moment nicht nur unsere eigenen Patienten, sondern auch viele aus den umliegenden Ordinationen, da immer mehr praktische Ärzte wegen Kontakt zu positiv getesteten Menschen ihre Praxis schließen müssen. So vor Kurzem auch in Ebreichsdorf.“

Kritik übt sie aber auch an der Patientenanwaltschaft: „Wir sehen uns als praktische Ärzte aber auch mit öffentlichen Angriffen konfrontiert, zum Beispiel von der Patientenanwaltschaft. Diese macht die Ärzteschaft dafür verantwortlich, für eine Pandemie dieses Ausmaßes nicht gerüstet zu sein. Natürlich haben wir Vorräte, aber für Pandemien wären durch das Epidemiegesetz und die Seuchenvorsorgeabgabe eigentlich andere Stellen verantwortlich.“

Denn die Masken sollen eigentlich die Patienten schützen: „Wir brauchen die Masken nicht, weil wir Angst haben, sondern um unsere Patienten zu schützen. Bei uns bekommt jeder Patient mit nur leichten Symptomen sofort beim Betreten der Ordination eine Maske aufgesetzt, um eine mögliche Verbreitung zu verhindern“, betont Tschanett.