Bezirk Baden: Verhaltene Situation in Freibädern. Betreiber berichten von einer schwachen Saison. Besuchergrenzen wurden bisher nur selten ausgereizt.

Von David Steiner und Roland Weber. Erstellt am 05. August 2020 (05:45)
Im Strandbad Baden erinnern zahlreiche Hinweisschilder an die Schutzmaßnahmen.
Steiner

Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius zog es am Freitagnachmittag viele Besucherinnen und Besucher ins Strandbad Baden. Die Corona-Regeln, die den Zutritt zum Bad reguliert hatten, wurden teilweise bereits aufgehoben. Das Strandbad hält dennoch an gewissen Grenzen fest. „Wir beschränken uns freiwillig und lassen weniger Badegäste zu als erlaubt wäre. Damit erreichen wir einerseits, dass es auf den Liegeflächen möglich ist, Abstand zu halten, andererseits sorgen wir dafür, dass die Becken nicht überfüllt sind“, erklärt Abteilungsleiter Kurt Staska. Zur Orientierung für die Badegäste führte das Strandbad ein Ampelsystem ein. Sowohl beim Eingang als auch auf der Webseite der Stadtgemeinde Baden kann die Ampel abgerufen werden. Steht sie wie am Freitagnachmittag auf Grün, sind noch Tageskarten verfügbar.

Bis zu 800 Tageskarten können verkauft werden. Dazu kommen rund 5.000 verkaufte Saisonkarten. So viele wie noch nie zuvor, verrät Abteilungsleiter Staska. Nicht ganz unbeteiligt an diesem Rekord war wohl die anfänglich kommunizierte Überlegung, 2020 ausschließlich Badegäste mit Saisonkarten zuzulassen, die NÖN berichtete.

Neu im Strandbad sind zahlreiche Hinweis-Schilder, die unter anderem auf die maximale Anzahl von Badegästen in den jeweiligen Becken hinweisen. „Vonseiten des Ministeriums ist das Einhalten der Abstandsregeln der Eigenverantwortung der Gäste übertragen. Der Badbetreiber muss aber hinweisen, wie viele Leute im Becken sein dürfen“, erklärt Staska. Besonders umkämpft seien die Schwefelbecken, in denen sich nur 16 Personen gleichzeitig aufhalten dürften. Zur Kontrolle werde extra ein Bademeister abgestellt. Bei Rutsche und Sprungturm würden Absperrungen für eine geregelte Warteschlange sorgen. Auch hier sei Badpersonal vor Ort, das immer nur einer Person Zutritt zur Attraktion gewähre.

Kurt Staska rechnet heuer mit einem markanten Einbruch der Besucherzahlen. „Wir haben derzeit in Summe etwas über 82.000 Besucherinnen. Je nach Witterung werden wir gegen Ende der Saison bei 120.000 liegen. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren verzeichneten wir in einer durchschnittlichen Saison 200.000 Badegäste“, berichtet Staska. Mit der Öffnung am 29. Mai sei de facto auch ein ganzer Betriebsmonat verloren gegangen.

Auch im aqua splash Traiskirchen gingen die Besucherzahlen heuer zurück. „Seit Ende Mai hatten wir rund 19.300 Besucherinnen. Man muss beachten, dass uns mit Mai ein ganzer Monat verloren gegangen ist. Wir werden am Ende der Saison weit unter dem Wert liegen, den wir gewöhnt sind. In der Badesaison 2019 kamen wir auf insgesamt 44.000 Badegäste“, berichtet Betriebsleiter Christian Bauer. Aktuell dürften sich maximal 1.800 Gäste gleichzeitig im Bad aufhalten. Die Besucherzahlen seien nur an sehr schönen Tagen stark. Um auf die Abstandregeln hinzuweisen, seien im gesamten Bad gelbe Punkte angebracht worden. Lautsprecher-Durchsagen weisen auf die Abstandsregeln hin. „Im Großen und Ganzen funktioniert das recht gut. Man muss die Gäste nur regelmäßig auf die Schutzmaßnahmen aufmerksam machen, erklärt Bauer.

Etwas verspätet, am 29. Mai, eröffnete auch das Thermalbad Bad Vöslau die Saison. „Es ist eine sehr ‚besondere‘ Saison mit speziellen Regeln, die unsere Gäste aber sehr diszipliniert einhalten. Die gute Nachricht ist, dass wir die Saison bis zum 11. Oktober verlängert haben und hoffen, dass das Wetter mitspielt“, erklärt Carina Hochebner, Leiterin des Thermalbades. Der Kartenverkauf laufe grundsätzlich gut.

Saison im Thermalbad läuft bis 11. Oktober

Am vergangenen Dienstag, dem heißesten Tag des Jahres, seien über 1.300 Badegäste verzeichnet worden. Im letzten Jahr, ohne Einschränkungen, hätten zwar um einiges mehr Menschen ins Bad kommen dürfen, aber in Anbetracht der Situation sei das Thermalbad sehr zufrieden mit dieser Entwicklung. Aufgrund der Lockerungen für Schwimmbäder und der damit verbundenen Abschaffung der 10-Quadratmeter-Regel konnte Hochebner ein größeres Kontingent an Tageskarten auflegen. „Die Tickets können bis zu drei Tage im Vorhinein online über unseren Webshop erworben werden, was wir speziell an heißen Sommertagen auch empfehlen. Das Kontingent kann aufgrund der Umstände rasch ausgeschöpft sein“, betont Hochebner. Grundsätzlich könne man aber weiterhin auch Karten an der Tageskassa kaufen. Die Thermalbadleiterin freue sich auf alle Gäste, die die Sommerfrische Saison im Thermalbad genießen wollen und wünsche sich einen heißen Restsommer und sonnigen Herbst.

Umfrage beendet

  • Verzichtet ihr wegen Corona auf Freibad-Besuche?