Strandbad Baden: Spätbesuchs-Karten ab 8. Juni. Seit 29. Mai ist das Badener Thermalstrandbad wieder geöffnet – wenngleich mit beschränkten Zugangsmöglichkeiten. Maximal knapp über 3.000 Besucher dürfen gleichzeitig hinein. Um das bestmöglich zu organisieren, ist der Eintrit nur für die Besitzer einer Saisonkarte möglich. Forderungen von SPÖ und NEOS, auch Tageskarten aufzulegen, erteilt der Bürgermeister vorerst eine Absage. Er hofft auf weitere Lockerungen. Die kommen nun doch schneller als gedacht. Ab Montag, 8. Juni, wird es an Werktagen von Montag bis Freitag ab 17.30 Uhr Spätbesucherkarten zu kaufen geben.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 04. Juni 2020 (17:06)
Eine Ampel regelt derzeit den Zugang ins Badener Strandbad. Aufgrund der Witterung leuchtete es bislang allerdings nur grün auf. Die Bewährungsprobe an einem echten Badetag kommt erst...
Andreas Fussi

„Mit dem Verkauf von Spätbesuchs-Karten ermöglichen wir der Bevölkerung, die späten Nachmittagsstunden im Bad zu genießen und unsere Wasserlandschaft zu nutzen“, kündigen Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) und Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen) nach den jüngsten Lockerungen des Gesundheitsministeriums an. 

Ein allgemeiner Kartenverkauf im Strandbad ist aber weiterhin aufgrund der restriktiven Empfehlungen seitens des Gesundheitsministeriums noch nicht möglich. Szirucsek und Krismer sind hoffnungsvoll: „Wir warten auf eine weitere Lockerung der Regeln, damit wir bald auch Tageskarten anbieten können.“

Kritik von SPÖ und NEOS an Zugangsregelungen 

Dass es keine Tageskarten gibt, hatten im Vorfeld die NEOS und die SPÖ bemängelt. „Leider wurde die Opposition nicht zur gemeinsamen Lösungsfindung eingeladen. Gemeinsam hätte man bestimmt eine Lösung für einen fairen Zugang zum Strandbad finden können. Die Stadtregierung hat lieber den leichteren Weg gewählt, ohne sich scheinbar groß Gedanken über die Folgen zu machen“, kritisierte SPÖ Klubobmann Stadtrat Markus Riedmayer.

„Gerade Jugendliche, die gewohnheitsmäßig meist weniger Geld zur Verfügung haben und durch die Coronakrise vielleicht auch noch ihren Nebenjob verloren haben, werden so von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen“, ärgerte sich auch SPÖ-Gemeinderätin Serafina Demaku. „Ein öffentliches Bad, das von allen Steuerzahlern finanziert wird, sollte für alle da sein – und nicht nur für jene, die sich eine teure Saisonkarte samt Kästchen letztes und dieses Jahr leisten können“, sagte Riedmayer.

Auch die Badener NEOS forderten die Stadtregierung auf, die Zutrittsregeln noch einmal zu überdenken und neu zu definieren – damit eine Lösung gefunden könne, die nicht Hunderte negative Reaktionen auf den Social Media Kanälen auslöse und den Großteil der in Baden Lebenden sowie Gäste ausschließe.

„Gerade für Kinder und Jugendliche, die den Sommer in Baden verbringen, soll es die Möglichkeit geben, das Strandbad zu besuchen – auch ohne Saisonkarte“, hoffte NEOS-Gemeinderat LAbg. Helmut Hofer-Gruber. Und meinte auch: „Das Strandbad ist eines unserer stärksten Argumente für die Sommerfrische in Baden. Da ist es wohl naheliegend, dieses für ausgewählte Gäste zu öffnen“. Er regte an, ein limitiertes Kontingent an Tages- oder Stundenkarten aufzulegen. Auch die Badener Hoteliers und Beherbergungsbetriebe sollten für ihre Gäste ein Kontingent bekommen. Darüber hinaus könnten Time Slots eingeführt werden, die den Zutritt regeln.

Den Plänen hatte Stadtchef Szirucsek eine Absage erteilt. Den Strandbadzugang ohne Einschränkungen zu ermöglichen, würde erst wieder zu Menschenschlangen vor den Kassen führen und das wolle man in Coronazeiten vermeiden. Man wolle auch keine falsche Erwartungshaltung suggerieren, wenn Gäste aus Platzgründen dann nicht mehr ins Bad hineingelassen werden können.