Wegen Anstiftung zu Amtsmissbrauch vor Gericht gelandet. Eine 50-Jährige musste sich verantworten. Psychiatrisches Gutachten bescheinigt „Logorrhoe“.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 23. Februar 2020 (03:11)
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Weil eine 50-Jährige im Juli versucht haben soll, Polizeibeamte, die sie bei einer Verkehrskontrolle ohne Führerschein erwischten, zu einem Amtsmissbrauch anzustiften, stand sie jetzt vor Gericht.

Laut Anklage hat sie zu den Beamten gesagt „Ihr könnt ja so tun, als hättet ihr mich nicht gesehen“. Die Frau gab bei der Verhandlung an, dass ein Beamter unter ihrem Beifahrersitz zwei Unterhosen mit Etiketten gefunden habe und daraufhin mit seinem Kollegen „etwas über möglichen Diebstahl zu flüstern begonnen hat“. Da habe sie kurz Fluchtgedanken gehabt und wohl auch zum Zündschlüssel gegriffen.

Nachdem die Frau bei der ersten Verhandlung durch ihren ständigen Redefluss auffiel, hatte die Richterin für den zweiten Verhandlungstag ein psychiatrisches Gutachten erstellen lassen. In diesem wird der Frau ein eingeschränktes Konzentrations- und Auffassungsvermögen attestiert, ebenso wie Logorrhoe (zwanghaftes Reden) und paranoide Tendenzen. Sie dürfte daher zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft hat aufgrund des Gutachtens einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt und diese Unterbringung wurde nun bedingt ausgesprochen. Das bedeutet, die Frau bleibt auf freiem Fuß, solange sie mit der Bewährungshilfe zusammenarbeitet und ihre Medikamente nachweislich und regelmäßig einnimmt.