Illegale Fahrten mit Rinderbabys im Bezirk Baden

Krismer zeigt Rinderbörse an: Illegalen Tiertransporten Riegel vorschieben.

Nadja Tröstl Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:45

Das schockierende Fazit mehrerer Rindertransporte (Zeitraum November 2020 bis November 2021) von der Oststeiermark nach Baden: Rund ein Drittel der 120 Kälber sind verendet. Der Hauptgrund: Sie sind nicht direkt über den Semmering Weg zum Mastbetrieb im Bezirk Baden gebracht worden (eine Transportzeit von eineinhalb Stunden) sondern über Bergheim bei Salzburg (fünf Stunden).

Dort befindet sich ein Knotenpunkt der Rinderbörse, ein internationaler Verladeplatz, von wo es etwa weiter nach Triest geht. Dieser stundenlangen Tortur werden die Tiere noch dazu mit schwachem Immunsystem ausgesetzt, da sie zu früh von den Mutterkühen weggebracht werden und somit sehr anfällig für diverse Krankheiten sind – von Jungtier-„Kindergartensyndrom“-Infektionen wie bei Welpen bis zur Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Stundenlanges Warten, ohne Tränke und Fütterung, können für ein Jungtier fatal sein.

Eine Tierärztin aus dem Bezirk Baden und ein Wissenschaftler haben diese Missstände in einem Aufsatz behandelt und sich an Vizebürgermeisterin und Veterinärmedizinerin Helga Krismer von den Grünen gewandt. Die Grünen-Obfrau hat sofort gehandelt und die Causa in der Vorwoche bei der Staatsanwaltschaft Linz sowie der Bezirkshauptmannschaft Bergheim bei Salzburg zur Anzeige gebracht. „Dieses illegale System funktioniert nur so lange alle mitspielen und keinem auf die Finger geklopft wird“, stellt Krismer klar.

Die Landtagsabgeordnete will dem Tierleid auf Österreichs Straßen mit klaren Worten und nun auch juristischen Schritten den Riegel vorschieben. „Hier geht es um Fakten und nicht um eine Wertediskussion. Die Branche soll endlich aufwachen. Wir fordern, dass die Tiertransporte strenger und engmaschiger kontrolliert werden und das Tierwohl auf der einen Seite sowie der wirtschaftliche Nutzen für die Bauern auf der anderen Seite gesichert sind.“

Der Fokus liegt zudem zeitgleich auf legalen Produktionsweisen und hohen Qualitätsstandards. Die konkreten Forderungen: Transport der Kälber erst ab der vierten Lebenswoche und dies nicht länger als acht Stunden. Fütterung, Tränkung und anschließend drei Stunden Ruhepausen an den Sammelstellen. Die Förderung von Kleintransporten und eine obligatorische Corona-Impfung der trächtigen Mutterkuh.

Die Stellungnahme der Rinderbörse findet sich hier: https://www.noen.at/baden/unverstaendnis-nach-anzeigen-gegen-rinderboerse-arge-rind-kontert-krismer-baden-redaktionsfeed-helga-krismer-rinderboerse-arge-rind-redaktion-295511315

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