Totaler Triumph von Hubert Brandstätter. Bei den Ebreichsdorfer Geisterrenen holte sich Brandstätter fünf der elf möglichen Siege. Im Hauptrennen hatte aber der elfjährige Wallach King of the World mit Harald Sykora die Nase vorne.

Von Clemens Kuzminski. Erstellt am 26. Mai 2020 (07:08)
Der Startschuss zur Trabsaison 2020 fiel am Sonntag in Ebreichsdorf. Von Normalität waren die Rennen dennoch relativ weit entfernt. Das wird auch am kommenden Sonntag in Baden (Archivfoto) der Fall sein, Gäste können die Rennen in einem der Restaurants verfolgen.
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Sehr kurzfristig war es möglich am 24. Mai nach langer Winter- und Corona-Pause im Ebreichsdorfer Racino wieder einen Renntag mit elf Trabrennen zu veranstalten, allerdings unter ganz speziellen Bedingungen: ohne Zuschauer, ohne Gastronomie, ohne Siegerehrung, maximal zehn Gespanne pro Leistungsprüfung, wie die Rennen genannt wurden und nur Profis im Sulky. Sogar die Besitzer wurden gebeten daheim zu bleiben, dafür gab es einen Live-Stream und natürlich die Möglichkeit von auswärts zu wetten.

Favoritin blieb nur Platz drei

Das sportliche Hauptereignis wurde als Großer Jubiläumspreis des Linzer Traberzucht- und Rennvereins über die Mitteldistanz von 2.140 Meter gelaufen, bei dem neun sehr interessante Pferde der obersten Kategorie am Start waren: Nach dem „Ab“ setzte sich zunächst Mentor Venus mit Johann Lichtenwörther an die Spitze, wurde aber sogleich von der hohen Favoritin Zante Laser, einer fünfjährigen Stute des Italien-Heimkehrers Wolfgang Ruth, abgelöst. Die Stute vergrößerte zusehends ihren Vorsprung auf die Verfolger Mentor Venus und den in Lauerstellung zunächst abwartenden King of the World.

Aber ab dem Schlussbogen verringerte sich der Vorsprung der Favoritin, sie wurde immer kürzer, während außen mit Riesenschritten Harald Sykora mit dem bereits elf-jährigen Wallach King oft the World immer näher kam. Mit Topspeed eroberte das gewinnreichste Pferd (sagenhafte 231.000 Euro Gewinnsumme) die Spitze, Zante Laser musste im Ziel auch noch Mentor Venus den Vortritt lassen. Lokalmatador Hubert Brandstätter war in den anderen Leistungsprüfungen eine Klasse für sich, gewann fünfmal.

Baden eröffnet am Pfingstsonntag

Wenn auch die Dotationen mit 1.200 bis 1.500 Euro eher bescheiden waren, war die Euphorie im Traberlager doch riesengroß: Endlich wieder Rennen. Am 31. Mai geht es übrigens mit der Bahneröffnung in Baden weiter, dort soll es auch die Möglichkeit geben die Rennen live zu verfolgen, nämlich aus einem der vier an die Anlage angrenzenden Restaurants. In Ebreichsdorf geht es erst am 13. September mit dem Galopperderby weiter.

ERGEBENISSE, 1. RENNTAG EBREICHSDORF

1. Rennen: Tammy Wynette mit Hubert Brandstätter in 1:18,7 Minuten vor Blue Solitaire und Power Uno.

2. Rennen: Magic Paradise mit Hubert Brandstätter in 1:18,1 vor Luna Sunrise und Dellaria Venus.

3. Rennen: Kiwi Superstar mit Gerhard Mayr in 1.17,6 vor Terra Metro und Dallas Venus.

4. Rennen: Xaver Venus mit Thomas Pribil in 1.18,9 vor Eros Mo und Red Riding Hood.

5. Rennen: Aaron mit Hubert Brandstätter in 1.17,2 vor Lady Lucie und Indian Mo.

6. Rennen: Ami du Pressoir mit Hubert Brandstätter in 1.15,6 vor Disco Darling und Vrai Lord.

7. Rennen: King of the Word mit Harald Sykora in 1.15,9 vor Mentor Venus und Zante Laser.

8. Rennen: Donatello Venus mit Hubert Brandstätter in 1.18,3 vor Contessa Venus und Sweet Venus.

9. Rennen: Grafenegg mit Gerhard Mayr in 1.16,9 vor Folies Bergère und Catch me if you can.

10. Rennen: Orange Venus mit Harald Sykora in 1.18,9 vor Paola Hall und Margarete Venus.

11. Rennen: JS Tolstoy mit Erich Kubes in 1.17,7 vor Ella Mo und Ginestro S.