NÖN-Interview: „Möchte die Partei öffnen“. Der neue ÖVP-Stadtparteichef Maximilian Aigner über seinen Vorgänger, den Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler und welches Ziel er für die nächste Wahl hat.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:52)
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Führungswechsel bei der ÖVP Traiskirchen. Wie die NÖN bereits in der Vorwoche berichtete, zog sich Roland Rollett aus zeitlichen Gründen von seiner Funktion zurück. Zum neuen Stadtparteiobmann wurde ÖAAB-Chef Maximilian Aigner gewählt. Die NÖN bat den gebürtigen Steirer, Jahrgang 1965, zum Interview.

NÖN: Die SPÖ stellt im Traiskirchner Gemeinderat 28 Mandate, die ÖVP drei. Inwiefern kann man da in der Minderheit überhaupt etwas bewirken?

Maximilian Aigner: Man kann schon etwas bewirken. Wir diskutieren sachlich mit – und zeigen auch auf, wenn etwas nicht passt. Wir haben natürlich unser Wählerklientel, welches wir bedienen müssen und wollen. Traiskirchen wächst gut und schnell, da gibt es auch viele verschiedene Bedürfnisse. Wir versuchen, das möglichst gut abzudecken.

Warum haben Sie sich bereit erklärt, Parteiobmann zu werden?

Mir liegt unsere Gesinnungsgemeinschaft am Herzen, ich möchte sie fördern und weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, dass wir wachsen und wieder interessanter werden. Unsere Landeshauptfrau (Johanna Mikl-Leitner, ÖVP, Anm. d. Red.) gibt das gut vor: Miteinander arbeiten. Das ist auch mein Ziel.

Ihr Vorgänger Rollett ist nach wie vor Stadtrat, Sie hingegen haben kein politisches Mandat. Ist das nicht ein großer Nachteil?

Ich denke nicht, dass das ein Nachteil ist. Ich bin froh, dass Roland Rollett Stadtrat bleibt, er hat ja viel Erfahrung. Wir sind gerade in einer Übergangsphase und sind auch in gutem Austausch. Jeder wird in seine Rolle hineinwachsen.

Wo konnte die ÖVP in den letzten Jahren Akzente in der Stadt setzen?

(denkt nach) In erster Linie haben wir eine Kontrollfunktion im Gemeinderat. Aufgrund der Mandatsverhältnisse kommen viele Initiativen natürlich von der SPÖ, wir selbst können aber auch Dinge anstoßen – etwa im Bereich Umwelt, ein Thema, welches uns sehr wichtig ist. Oder in der Digitalisierung.

Wie beurteilen Sie die Arbeit von SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler?

Er ist bemüht, etwas für Traiskirchen zu tun – das ist auch die ursächliche Aufgabe eines Bürgermeisters. Er ist gemeinsam mit den Stadt- und Gemeinderäten verantwortlich, dass es mit der Stadt bergauf geht. Aufgrund der finanziellen Gegebenheiten ist aber auch sehr viel möglich. Ich kann ihm keinen massiven Vorwurf machen. Aber natürlich gibt es Punkte, wo man einhaken kann.

Stadtrat Rollett hat gemeint, dass es ihm in seiner Amtszeit als Obmann gelungen sei, die ÖVP Traiskirchen und die Bünde besser und breiter aufzustellen. Welches große Ziel haben denn Sie?

Mein Ziel ist es, dass wir nach außen hin präsenter werden – das war auch der Grund, warum wir das Cipin-Heim rundum erneuert haben, um hier wirklich einen ordentlichen Treffpunkt zu haben. Wir haben sonntags etwa die Orthodoxe Kirche bei uns, die hier die Agape feiert. Ich möchte die Partei öffnen!

Werden Sie als Spitzenkandidat der ÖVP Traiskirchen bei der Gemeinderatswahl 2020 ins Rennen gehen?

Ich habe das vor, aber das muss der Stadtparteivorstand natürlich entscheiden.

Gibt es ein Wahlziel?

Auf jeden Fall möchten wir die drei Mandate halten – und eventuell das vierte Mandat, das wir bei der Wahl 2015 ganz knapp versäumt haben, dazugewinnen.