Tierheim Baden ist am Aufnahmelimit

Die Anschaffung von Haustieren solle gut überlegt sein, da Tierheime nicht für jedes Problem zur Verfügung stehen könnten.

Simon Weiß Erstellt am 22. September 2021 | 04:27
Tierheim Baden ist am Aufnahmelimit
Tierheim-Mitarbeiterinnen Tamara Pichler und Susanne Posch mit zwei Chihuahuas, die im Tierheim Baden landeten.
Foto: Jandrinitsch

Mehr Zeit zu Hause durch Homeoffice oder auch schlichte Einsamkeit: Etliche Menschen hätten während der Lockdowns das Bedürfnis gehabt, einem im Heim abgegebenen Tier ein neues Zuhause zu bieten, so die Leiterin des Tierheim Baden, Gabriele Artner. Derzeit platze man jedoch aus allen Nähten.

Viele Hunde im Tierheim

Vor allem Hunde trügen zur Überfüllung bei, wie Artner erzählt: „Derzeit erhalten wir vermehrt Hunde von Amtstierärzten. Diese Tiere sind meist sehr verängstigt und nicht sozialisiert, sie brauchen viel Zeit. Auch einige Babykatzen haben wir, was aber normal für die Sommerzeit ist.“ Amtstierärzte werden unter anderem dann konsultiert, wenn Tiere nicht artgerecht gehalten oder misshandelt und vernachlässigt werden. Unterstützt werde das Tierheim Baden immer wieder durch kleinere Spenden in Form von finanziellen Mitteln oder auch Tierfutter.

„Gerade zur Weihnachtszeit oder zu Ostern sind einige Leute großzügig“, sagt die Heimleiterin. Immer wieder starte man auch Spendenaufrufe, welchen erfreulicherweise oft gefolgt werde. Diese Spenden brauche es auch, habe man schließlich beim Personal aufstocken müssen, da die Tierpflege immer intensiver werde. „Außerdem steigt die administrative Arbeit, eine Person ist fast ausschließlich mit der Annahme von Anrufen beschäftigt“, konstatiert Artner.

"Ein Tierheim kann nicht für alle Probleme einspringen"

Auf die Frage, welche Wünsche die Leiterin des Badener Tierheimes hätte, meint diese, dass man sich bei der Anschaffung eines Haustieres wohl überlegen solle, ob man der Haltung gerecht werden könne. Außerdem müsse man sich im Klaren sein, „dass ein Tierheim nicht für alle Probleme einspringen kann und will“, beispielsweise im Falle einer Scheidung, oder wenn man auf Urlaub sei. Von der Politik wünscht sich Gabriele Artner: „Auf die Kontrolle von Qualzuchten und dem Welpenhandel muss ein größeres Augenmerk gelegt werden!“

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