„Vorhang auf!“ Ein Abend im Erzählcafé in Wolfsthal. Das „SOG Theater“ bewegte sich gemeinsam mit der Gemeinde Wolfsthal auf den Spuren des Falls des Eisernen Vorhangs.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 19. April 2019 (04:59)
Mraz
Heribert Hauk, Peter Achberger, Marta Schödinger, Franz Knaus, Gerhard Schödinger, Gert Dressel und Brigitte Tauchner.

Im November werden es 30 Jahre, dass der gefürchtete und berüchtigte „Eiserne Vorhang“ geöffnet wurde. Das„SOG Theater“ setzt mit Leiterin Brigitte Tauchner den Dialog von Menschen in Theaterform um und hat ein Projekt gestartet, das die Zeit vor und nach dem Fall des Vorhangs mit Zeitzeugen beleuchtet. Der Wissenschaftler Gert Dressel moderierte den Abend.

Menschen aus der Region hatten in einem „Erzählcafe“ die Möglichkeit, ihre persönlichen Erlebnisse und Geschichten aus dieser Zeit und über diese Zeit zu erzählen. Mit dabei waren Heribert Hauk, er war Amtsleiter der Gemeinden Berg und Wolfsthal zur Zeit der Wende, Franz Knaus, ehemaliger Landwirt und mit 91 Jahren ein Mann, der viele unterschiedliche Epochen der Gemeinde miterlebt hat, Peter Achberger, ein Techniker aus der Slowakei, der seit acht Jahren in Wolfsthal lebt und in Österreich arbeitet, VP-Bürgermeister Gerhard Schödinger und seiner Gattin Marta, die beide in der betreffenden Zeit als Zollbeamte am Grenzübergang Berg – getrennt durch den Grenzbalken – ihren Dienst versehen haben und ihre erste Konversation mit Hilfe eines Wörterbuches knüpften.

So turbulent und berührend wie die Zeiten damals verliefen, waren auch die Schilderungen der persönlichen Lebensgeschichten der Teilnehmer. „Unsere erste Reise in den Westen war nach Wien. Wir haben nicht geglaubt, dass man tatsächlich ohne Probleme fahren kann“, erzählte etwa Marta Schödinger. „Ich werde die Erzählungen aufarbeiten und für ein auf die Situation bezogenes Theaterstück aufbereiten,“ erklärt Tauchner.