Bauen nach 3-D Modell. Auf knapp drei Hektar entsteht die größte Autobahnmeisterei Österreichs. Die NÖN besichtigte die Baustelle.

Von Josef Rittler. Erstellt am 26. April 2019 (05:28)

Bevor es auf die Baustelle geht, heißt es zunächst einmal die 3-D-Brille aufsetzen. Im Computer ist Österreichs größte Autobahnmeisterei schon fertig – und so können Besucher das bereits möblierte Büro von Straßenmeister Dietmar Edel besichtigen, mit dem Aufzug aufs Dach fahren und die vier mächtigen Salzsilos im Innenhof bewundern.

Die neue Autobahnmeisterei ist das erste Hochbauprojekt der Asfinag , das mit „Building Information Modeling“ (BIM) geplant und errichtet wird. Dabei werden mit speziellen Softwareprogrammen alle relevanten Bauwerksdaten digital aufbereitet, in 3-D modelliert und erfasst. Ziel des BIM-Einsatzes: Höhere Transparenz, verbesserte Datenqualität und verbesserte Kommunikation unter den Projektbeteiligten. „Damit wird man nicht schneller fertig, aber früher“, erläutert Projektleiterin Sabine Hruschka.

Die Pläne können nämlich auch leichter geändert werden. Dafür sind bei der herkömmlichen Planung mehrere Schritte notwendig: Neue Mengen müssen ermittelt und neue Pläne gezeichnet werden, Änderungen bei den Kosten und viele weitere Parameter berücksichtigt werden. Mit BIM erfolgen die Änderungen direkt in der Projektdatei, also im Modell. Möchte man ein zusätzliches Fenster einplanen, werden alle damit verbundenen Anpassungen wie beispielsweise die neue Anzahl an Türen oder Fenster automatisch berechnet, was wiederum unmittelbar in der Kostenkalkulation zu sehen ist. Ein weiteres Ziel ist es, dass das Modell auch dann noch eingesetzt werden kann, wenn die Straßenmeisterei schon in Betrieb ist.

Außerhalb der virtuellen Darstellung wird auf der Baustelle noch eifrig gewerkt. Gebaut wird in Skelettbauweise, großteils mit Fertigteilen. Die Ein- und Ausfahrten sind von Flugdachbereichen umgeben. Die Fertigstellung ist noch heuer im Winter geplant, sodass die Vorteile des neuen Standortes zur Geltung kommen. „Dazu zählen die Lage genau in der Mitte der Ostregion, optimale Betreuungswege und Routen, weiters sind für das Material keine Außenlager mehr notwendig“, erklärt der Straßenmeister.