Ehrenamt Nikolaus: „Es geht um das Positive“. Alfred Eglhofer ist seit zwölf Jahren als Nikolo in seiner Heimatstadt Schwechat unterwegs – mit Begeisterung.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 04. Dezember 2019 (03:37)
Alfred Eglhofer beschenkt jedes Jahr als Nikolo die Erstklässler der Volksschule Mannswörth.
Burggraf

„Bevor ich beim Haus bin, melde ich mich bei den Eltern an. Vor der Tür stehen dann schon die Sackerl und ein Zettel mit einigen positiven Dingen über das Kind und maximal ein bis zwei negativen“, erzählt Alfred Eglhofer. Der Schwechater stattet Kindern seit mittlerweile zwölf Jahren Jahr für Jahr als Nikolo in seiner Heimatstadt und Umgebung einen Besuch ab.

Auch davor war der 61-Jährige sporadisch bei Freunden als Heiliger Nikolaus unterwegs, regelmäßig aber erst seit zwölf Jahren. „Mir geht es um das Positive, die freudigen Gesichter der Kinder. Deren Lächeln ist doch das Schönste“, ergänzt er. Natürlich spreche er auch Dinge an, die noch nicht so klappen. „Ein Erzieher bin ich aber keiner“, unterstreicht Eglhofer.

Wenn ich merke, dass das Kind Angst bekommt, dann sage ich immer, dass ich müde bin und setze mich hin.“ Alfred Eglhofer

Eine Geschichte blieb ihm dabei besonders in Erinnerung: „Eine Mutter hat mich einmal gebeten, ihrem Kind den Schnuller abzugewöhnen. Es hat mir schließlich den Schnuller gegeben und auch nie wieder danach verlangt.“ Letztlich will der ehemalige Gepäcklader am Flughafen den Kindern mit seinem Auftritt ein „freudige Überraschung“ bescheren.

Darüber hinaus geht es für Eglhofer aber auch um den Erhalt der Tradition des Heiligen Nikolo. „Perchtenläufen und dergleichen nehmen derzeit ein wenig überhand. Das ist ja auch schön und gut, aber nicht meins. Ich weiß, wie schön es ist, wenn der Nikolo kommt. Diese Kindheitserinnerungen will ich hochhalten“, erläutert der Pensionist. Die Tradition sei ihm sehr wichtig. Der leidenschaftliche Nikolo-Darsteller nimmt aber wahr, dass das Interesse wieder steigt. „Ich hatte heuer mehr Anfragen als vor einigen Jahren“, berichtet er.

Die privaten Auftritte bei Familien gestaltet er ganz nach den Bedürfnissen der Kinder. „Ich bin ja groß und trage auch noch ein Kostüm. Merke ich, dass das Kind Angst bekommt, dann sage ich, dass ich müde bin und setze mich hin. Jedes Kind kann so weit zu mir kommen, wie es will. Es soll keinesfalls ein Zwang sein. Das Kind muss sich wohlfühlen“, unterstreicht der Schwechater. Für die Auftritte nimmt Eglhofer zudem keine Gage – „Wenn aber jemand Geld geben will, dann spende ich es an den Verein für Menschen mit besonderen Bedürfnissen (kurz MmbB).“

Eglhofer mimt den Heiligen Nikolaus jedoch nicht nur im privaten Kreis, sondern absolvierte auch öffentliche Auftritte. So ist er am 4. Dezember im Schwechater Seniorenzentrum. „Dort erlebe ich immer wieder, wie schön es ist, als Nikolo unterwegs zu sein“, erzählt der Pensionist. Denn Eglhofer beglückt nicht nur jene Bewohnerinnen und Bewohner, die im großen Saal auf ihn warten, sondern geht auch von Bett zu Bett. „Manchmal sieht man Erinnerungen aus deren Jugend aufblitzen. Sie werden wieder zu Kindern und freuen sich über den Nikolo. Das sind schöne Momente“, erzählt er.

Darüber hinaus besucht der Schwechater auf Einladung der OMV jedes Jahr die erste Klasse der Volksschule Mannswörth. Heuer wird er am 6. Dezember auch zwischen 17 und 18 Uhr in der Buchhandlung am Hauptplatz von Elisabeth Strini zu Gast sein. Den Abschluss seiner Tour wird Eglhofer einmal mehr beim Punschstand der Kellerschenke Frank begehen. Denn am Kellerberg feiert ein Stammgast jedes Jahr seinen Geburtstag, der ebenfalls auf den 6. Dezember fällt. „Dort überreicht der Nikolo immer ein kleines Geschenk“, schmunzelt der Schwechater.

Die Leidenschaft für den Nikolo hat sich Eglhofer bis heute erhalten und er hält fest: „Ich will so lange weitermachen, wie ich kann.“