Museumsfrühling NÖ: Von Kalk bis zu den Römern. Die Besucher erwartet ein buntes Programm – von alten Meistern und der Römerstadt bis zum Heimatmuseum.

Von Josef Rittler, Nicole Frisch und Stefanie Cajka. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:20)
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In der Graf Harrach’schen Familiensammlung wird Hausfrau Ursula Waldburg-Zeil (im Bild mit Hund Winnie) die Besucher auf eine Führung zu Burgfräulein, Freifrauen und Gräfinnen mitnehmen.

Der Museumsfrühling findet am 18. und 19. Mai in ganz Niederösterreich statt. 134 Museen und Sammlungen bieten spannende Programme für das Publikum: von Ausstellungseröffnungen bis zu Spezialführungen, von Museumsheurigen bis zu Oldtimerfahrten. Anlass ist der Internationale Museumstag, der heuer unter dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ steht.

Im Bezirk nimmt auch die Gemäldegalerie im Schloss Harrach in Rohrau teil. Jeweils um 12 Uhr finden an beiden Tagen Sonderführungen mit der Hausfrau Ursula Waldburg-Zeil statt. „Die Teilnahme am Museumsfrühling bietet uns die Möglichkeit, uns als Teil der NÖ Museumslandschaft zu präsentieren und mit überschaubarem Aufwand auf uns aufmerksam zu machen“, erklärt Schlossbesitzer Johannes Waldburg-Zeil.

Er hofft, dass möglichst viele Besucher durch die Aktion vom Schloss Rohrau und der Graf Harrach’schen Familiensammlung erfahren und motiviert werden, das Schloss zu besuchen. Schließlich sei Kultur extrem wichtig. „Im Falle von Schloss Rohrau bieten wir drei Komponenten in einem: die Ästhetik durch die Schönheit der Bilder, der Gegenstände und der Schlossarchitektur, die Geschichte, denn viele der Bilder erzählen die Geschichte unseres Landes, und die Wissenschaft, denn für Kunsthistoriker ist die Harrach’sche Sammlung ein Geheimtipp der Extraklasse“, betont Waldburg-Zeil.

"Aktionen wie der Museumsfrühling können ein Bewusstsein schaffen"

In der Römerstadt Carnuntum werden beim Museumsfrühling ebenfalls Spezialführungen angeboten. Sie geben Einblicke in das Thema „Handel und Kulturtransfer bei den Römern“. „Aktionen wie der Museumsfrühling können ein Bewusstsein für die vielfältige Museumslandschaft schaffen, die gerade in NÖ auch tief in den Regionen verwurzelt ist“, erläutert Geschäftsführer Markus Wachter. Für die Museen biete sie die Möglichkeit, den Zielgruppen ihre spezifischen Informationsangebote gut zu vermitteln. „Im günstigsten Fall werden Berührungsängste abgebaut und Interesse für ein größeres Themenspektrum abseits internationaler Blockbusterausstellungen erreicht.“ Mit der langen Nacht der Museen sei bereits im Herbst eine erfolgreiche Veranstaltung etabliert, der Museumsfrühling schaffe ein „saisonales Gegengewicht“. Weitere Termine wären aber nicht zielführend.

Mannersdorf beteiligt sich gleich mit zwei Beiträgen am Museumsfrühling. Beim Kalkofen Baxa wird für den Museumsfrühling eine Sgraffito-Werkstatt eingerichtet. Besucher können Sgraffito-Profis bei der Arbeit zuschauen, die Technik aber auch selbst ausprobieren.

Ein wichtiges Anliegen ist dem Verein Kalkofen Baxa die „Doku Kalk“. Persönliche Fotos zum Thema Kalk werden gesammelt und für das Baxa-Bildarchiv aufbereitet. „Das kann sowohl der Großvater im Steinbruch sein als auch die Familie beim Sonntagsspaziergang vor dem Kalkofen“, erzählt Helga Kusolitsch vom Kalkofen-Verein. Zudem können auch das Museum sowie die Ausstellung „Alle Tage Kalk“ im Kalkofen besichtigt werden.

Das Mannersdorfer Stadtmuseum wiederum zeigt am Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr sowie 14 und 17 Uhr erstmals seine Radiosammlung, Geräte vom Beginn des Rundfunkzeitalters bis zur Gegenwart. Auch die Jubiläumsausstellung und die anderen Abteilungen des Stadtmuseums haben geöffnet.

Erstmals ist dieses Jahr das Heimatmuseum Fischamend beim Museumsfrühling mit dabei. Es ist am 19. Mai von 10 bis 17 Uhr geöffnet und es wird eine Marterlwanderung veranstaltet. Interessierte können dabei die Marterln im Fischamender Ortsgebiet mit einem Plan erwandern. Zusätzlich gibt es, ausgehend vom Fischaturm, um 13 Uhr eine gemeinsame Marterlwanderung. Aber auch im Museum selbst wird es laut Barbara Marangoni, Kustodin und Leiterin des Heimatmuseums, eine kleine Sonderausstellung über die Marterln geben. „Man möchte präsent sein“, erklärt sie den Grund für die Teilnahme am Museumsfrühling. Durch die Teilnahme an solchen Aktionen sei ihrer Meinung nach auch die Chance größer, dass das Museum stärker wahrgenommen wird.