Neue Corona-Verordnung: Planbarkeit ist Problem

Die derzeitigen Bestimmungen sind für die Veranstalter der Region Bruck kein großes Thema, die Ungewissheit in Sachen Planung hingegen schon.

Gerald Burggraf
Gerald Burggraf Erstellt am 15. September 2021 | 05:16
Corona-Verordnung
Franziska Polsterer und Georg Hilzenberger weisen Kontrolleur Christian Kling beim Festkonzert der Haydnregion in Petronell per Handy ihren „geimpft“-Status nach.
Foto: Otto Havelka

Die neuen Corona-Richtlinien, die die Bundesregierung für die nächsten Wochen und Monate ausgegeben hat, bringen einen Stufenplan mit sich. Die erste Stufe bedeutet für die Veranstalter unter anderem, dass schon ab 25 Personen die 3G-Regel kontrolliert werden muss. Große Neuerungen gibt es vorerst für die Event-Macher der Region also nicht.

Allerdings liege die Schwierigkeit weniger in den Regeln als in der Unberechenbarkeit, wie Lukas Grünbichler, Geschäftsführer der Sofiensäle Gastronomie und Event GmbH, die das Multiversum übernommen hat, erklärt: „Das Problem sind weniger die jeweils aktuell geltenden Maßnahmen, sondern die grundsätzliche Unplanbarkeit für alle Veranstalter. Veranstaltungen leben davon, dass sie planbar sind (teilweise Monate im Voraus), was in der aktuellen Lage schlichtweg unmöglich ist.“

Comic-Messe YuniCon soll stattfinden

Das Multiversum ist die bei weitem größte Event-Location im Bezirk. Die nächste große Veranstaltung, das Tanz-Open, wurde bereits abgesagt. Ende Oktober soll allerdings die Comic-Messe YuniCon stattfinden. Und Grünbichler geht auch davon aus, dass die Messe fix ist.

„Wir sind in laufenden Gesprächen mit dem Veranstalter und werden alles tun, dass die Veranstaltung unter den dann gültigen Rahmenbedingungen stattfinden kann“, betont Grünbichler, dass derzeit auch die Verhandlungen für andere Events ungebremst weiterlaufen.

„Wir selbst planen derzeit ein öffentliches Event für alle SchwechaterInnen und die Umgebung“, verspricht Grünbichler in den nächsten Wochen mehr Informationen dazu. Die Planungsunsicherheit sei aber auch hier ein Thema. Wie lange es insgesamt dauern wird, bis sich die Event-Branche von der Corona-Krise erholen wird, sei derzeit „sehr, sehr schwer zu prognostizieren.

Experten rechnen mit einem Vor-Corona-Niveau in dieser Branche in zwei bis drei Jahren.“ Nach Monaten, in denen keine Veranstaltungen abgehalten werden konnten, und einer ungewissen Zukunft, ist Grünbichler für sein eigenes Unternehmen jedoch zuversichtlich: „Wir sind finanziell zum Glück gut genug abgesichert, um auch diese schwierigen Zeiten zu überstehen.“ Man habe auch alle Mitarbeiter halten können. „Das Kurzarbeit-Modell hat auf jeden Fall geholfen, die Kosten in Grenzen zu halten.“

Das Problem sind weniger die jeweils aktuell geltenden Maßnahmen, sondern die grundsätzliche Unplanbarkeit für alle Veranstalter.“
Multiversum-Betreiber Lukas Grünbichler, Geschäfsführer der Sofiensäle Gastronomie und Event GmbH

Ab 18. September startet der Kulturherbst mit dem Eröffnungskonzert des Schwadorfer Musikvereins. Ein Monat lang finden anschließend Veranstaltungen jedes Wochenende in der Gemeinde statt.

Die Entwicklung rund um das Coronavirus machen die Planungssicherheit jedoch schwierig, erklärt Schwadorfs Vize-Ortschef und Musikvereinsobmann Gustav Weber (SPÖ): „Aus jetziger Sicht können wir im September alle Veranstaltungen planmäßig abhalten, im Oktober können wir die Situation aber noch nicht abschätzen.“

Denn der Kulturherbst soll mit zwei Events in einem Festzelt am Sportplatz beendet werden. Diese könnten nicht wie geplant stattfinden, wenn sich die Situation verschlechtert, betont Weber: „Wenn die Entwicklungen rund um das Coronavirus schlechter werden, können wir nicht hunderte Besucher in einem Zelt unterbringen.“ Im Notfall müssten Veranstaltungen auch abgesagt werden. Für die kommenden Events wird wie gewohnt die 3G-Regel überprüft und die Gäste müssen registriert werden.

Für den künstlerischen Leiter der Haydnregion Niederösterreich, Michael Linsbauer, ändert sich mit den neuen Corona-Bestimmungen „eigentlich nichts“. Die Konzertbesucher werden schon seit Langem nach der 3G-Regel kontrolliert und registriert. Ähnlich sieht das auch die Obfrau der Hainburger Haydngesellschaft Beate Linke-Fischer. Einen Publikumsschwund befürchtet sie nicht. „Unsere Abonnenten sind so gut wie alle immunisiert“, weiß sie. Sollten noch weitere Einschränkungen verordnet werden, „werden wir uns danach richten“, verkünden sie unisono.

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