Zu dicht besiedelt: „Wolf wird bei uns nicht heimisch“. Zuwanderung größerer Beutegreifer laut Experten wenig wahrscheinlich.

Von Josef Rittler. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:09)
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Das Nutria ist ein Zuwanderer aus Südamerika, dem es bei uns gefällt. Es ist aber völlig harmlos und wird sogar zutraulich.

In unserem Bezirk sind tierische Zuwanderer zur Zeit generell kein Problem, weder für das Ökosystem noch für die Jägerschaft.

„Der Nationalpark stellt einen Teil des Verbindungskorridors zwischen Alpen und Karpaten dar, die Verkehrsinfrastruktur und Landnutzung im Bezirk verhindern aber einen intensiveren Austausch der Arten wie früher“, erklärt Christian Baumgartner, der im Nationalpark Donau-Auen für das Naturraum-Management zuständig ist. Bären werden im Bezirk nicht auftauchen, Wölfe höchstens sporadisch. „Dabei hätten die Wölfe eine positive Wirkung, weil sie die Bestände von Hirsch und Wildschwein regulieren würden.“

Für Menschen stelle der Wolf keine Bedrohung dar: „Ich würde mir eher Sorgen machen, dass ich einen Wolf gar nicht als solchen erkenne, wenn ich ihn sehe, sondern wahrscheinlich für einen scheuen Hund halten würde.“ Sichtungen der nachtaktiven Goldschakale seien derzeit noch nicht belegt, über einen allfälligen Einfluss auf die hiesige Fauna könne daher auch nichts gesagt werden. „Auch hier gilt: Für Menschen sind die Goldschakale, die etwas größer als Füchse sind, ungefährlich“, betont Baumgartner.

Die Jägerschaft sieht ebenfalls derzeit keine Schwierigkeiten. „Der Wolf und andere größere Raubtiere haben bei uns keine Aussicht auf Ansiedlung, dafür ist der Bezirk zu dicht besiedelt und verkehrstechnisch zu stark erschlossen“, erläutert Bezirksjägermeister Johann Dietrich im NÖN-Gespräch.

Waschbär und Nutria sind bereits etabliert

Das gelte sowohl für Luchse, die sehr scheu seien und nur im Norden Niederösterreichs leben, als auch für die Wildkatze, die ebenfalls im Bereich Nationalpark Thayatal heimisch sei.

Neben den oben genannten ursprünglich heimischen Tierarten gibt es aber einige, die ursprünglich nicht bei uns vorkamen, wie der Waschbär, die Nutria (beide kommen aus Amerika) oder der Marderhund (Asien). Einige dürfen laut Gesetz bejagt werden.

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