Aus für Billa-Filiale in der Altstadt

Erstellt am 21. September 2022 | 05:55
Lesezeit: 3 Min
Der Billa-Markt in der Lagerstraße in Bruck wird mit Dezember ersatzlos geschlossen. Penny-Filiale übersiedelt mit Frühjahr 2023 in Ecoplus-Park.

Elf Supermärkte gibt es in der Bezirkshauptstadt inklusive dem direkten Nachbarn Bruckneudorf. In unmittelbarer Zentrumsnähe befinden sich derzeit fünf Märkte - neben dem Etsan-Markt direkt am Hauptplatz auch der Eurospar beim Lagerhaus, der Billa an der Pachfurther Straße sowie eine weitere Billa-Filiale in der Lagerstraße und der Penny in der Altstadt. Bei den beiden letzteren muss es aber "noch" heißen.

Denn der Mutterkonzern „Rewe“ plant seine beiden Märkte bis zum Frühjahr des kommenden Jahres zu schließen. Wie die NÖN erfuhr, wird die Billa-Filiale mit Dezember ersatzlos gestrichen und im Frühjahr 2023 zieht der Penny- Markt in die ehemaligen CCC-Räumlichkeiten im Ecoplus-Park. Eine offizielle Bestätigung vonseiten „Rewe“ gibt es allerdings (noch) keine. „Aufgrund der noch sehr frühen Projektphase“ könne man derzeit noch keine Stellungnahme abgeben. Man bitte um Verständnis, heißt es auf Anfrage. Ein Dementi sieht jedoch auch anders aus.

Dass bei „Rewe“ schon länger Überlegungen zum Standort in der Lagerstraße laufen, kann Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) bestätigen. In Gesprächen soll auch die Nähe zum „Billa Plus“-Markt (früher Merkur) ein Thema gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung für das Aus hat aber auch Weil noch nicht bekommen.

Eigentümerin von Billa-Areal überrascht

Völlig überrascht von der NÖN-Anfrage zeigt man sich hingegen bei de Grundstückseigentümerin des Billa-Areals, der Volksbank. Vor allem auch darüber, dass gerüchteweise statt des Supermarktes ein Wohnbau entstehen soll. Dementsprechende Pläne gebe es schlichtweg nicht, wird betont. Generell wisse man nichts von „irgendwelchen Gesprächen oder irgendeiner Veränderung“ im Hinblick auf die aktuelle Mietsituation.

Alarmiert zeigt sich hingegen die Stadt-ÖVP um Klubsprecher Ronald Altmann. Von der Schließung wären „viele Pendler betroffen und rundherum passiert ja auch viel Wohnbau. Für Senioren wäre dann im Stadtzentrum kein Markt mehr fußläufig erreichbar“, unterstreicht Altmann. Mögliche wirtschaftliche Überlegungen stellt der Stadtrat gar nicht in Abrede, dennoch sieht er die Nahversorgung in diesem Stadtteil massiv gefährdet.

Mit einer Online-Petition will die ÖVP auf die Filialschließungen aufmerksam machen. Zudem hat es sich die Volkspartei zum Ziel gesetzt, zumindest einen der beiden Standorte zu erhalten. Konkret könnte sich Altmann vorstellen, den Versuch zu starten, aus der Penny-Filiale einen „Nah & Frisch“ oder Adeg zu machen. Dafür bräuchte es aber einen selbstständigen Kaufmann.

Keine Freude hat natürlich auch die SPÖ um Bürgermeister Weil mit der Abwanderung. So verweist er, ebenso wie Altmann, auf die Wohnbauprojekt der Vergangenheit und der Zukunft, etwa am ehemaligen Tennisplatz.

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