Musikschule auf dem Weg zur Kunstschule. Die Anton Stadler Musikschule hat seit Schulbeginn auch Tanz im Unterrichtsangebot. Der Andrang ist größer als erwartet.

Von Susanne Müller. Erstellt am 22. November 2019 (04:16)
Bruck übt sich im Tanz: Die Schüler Johannes Holzmann, Anna Hofstadler, Maria Holzmann, Amelie Kvas, Leonie Neumann und Annika Höller mit Serafia Myriknopoulou, Vida Shirzadeh, SP-Stadtchef Gerhard Weil, SP-Kulturstadtrat Swen Tesarek, Grün-Gemeinderat Roman Kral und VP-Stadtrat Ronald Altmann im neugestalteten Tanzraum der Musikschule.
Müller

„Wir dachten, wir wären froh, wenn wir mit ein paar Kindern einmal beginnen können. Jetzt haben wir schon zwei Klassen voll“, ist Musikschuldirektorin Serafia Myriknopoulou begeistert, wie stark das neue Angebot angenommen wird. Seit Schulbeginn wird in der Anton Stadler Musikschule nämlich auch Tanz unterrichtet. Auch in der Kooperation mit den beiden Brucker Volksschulen ist das neue Unterrichtsfach bereits integriert.

In Vida Shirzadeh hat die Schule eine Lehrerin gefunden, die in den Schülern auf spielerische Art Begeisterung für die Kunst des Tanzes weckt. Die 22-jährige Iranerin ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und begann bereits mit drei Jahren Ballett zu tanzen. Während ihrer Ausbildung wurde sie von der Royal Academy of Dance geprüft. Mit elf Jahren kam dann Hiphop auf Meisterschaftsniveau hinzu. Nach dem Abitur begann Shirzadeh in Wien Musik- und Tanzpädagogik zu studieren, wo sie heuer ihren Bachelor mit Auszeichnung abgeschlossen hat.

Seit 2017 unterrichtet sie in Klosterneuburg – und nun komplettiert sie das Lehrerteam in Bruck.

Tanz als „Urbedürfnis des Menschen“

„Mit der Gruppe der Vier- bis Siebenjährigen mache ich vor allem kreativen Kindertanz. Wir versuchen, auf spielerische Art das Künstlerische im Tanzen zu entdecken“, erklärt Shirzadeh. Dabei sei jede Stunde zweigeteilt. Zum einen beschäftigt man sich mit der Technik, zum anderen immer auch mit der Stärkung des Körperbewusstseins und der Mobilisierung der Gelenke.

Die Gruppe mit den Schülern bis ins Teenager-Alter startet im ersten Jahr ebenfalls mit einer Basisausbildung für alle Tanzarten. „Da machen wir viel Basistraining, aber natürlich auch viel Körperbewusstsein und auch Modern/Contemporary Dance“, so Shirzadeh.

„Da wir so viele Anmeldungen haben, besteht eine gute Chance, dass wir diese Gruppe im nächsten Jahr teilen können – in eine Ballett- und eine Modern-Klasse“, so Myriknopoulou, die sich hocherfreut zeigt, dass es gelungen ist, das Spektrum der Schule um Tanz zu erweitern. „Tanz ist eine ganz wichtige Ausbildung. Musik mit dem Körper zu erleben und auszudrücken, ist eines der Urbedürfnisse des Menschen, das leider in Vergessenheit geraten ist.“

Begeistert ist auch SP-Kulturstadtrat Swen Tesarek. Er sei mit der Schulleiterin hier völlig einer Meinung. „Das Angebotsspektrum ist jetzt schon sehr breit. Die Intention ist, in Richtung Kunstschule zu gehen. Da gibt es auch Darstellende Kunst und irgendwann Bildende Kunst. Der erste Schritt war nun der Tanz.“