Fahrkarten vom Nahversorger: ÖBB sucht Vertriebspartner

ÖBB wollen den Ticket-Verkauf am Bahnhof Bruck künftig an Partner auslagern und damit Kosten sparen.

Erstellt am 16. Oktober 2021 | 05:51
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Am Bahnhof Bruck könnten Bahntickets schon bald von einem Bäcker verkauft werden.
Foto: Otto Havelka

Schon im nächsten Frühjahr könnten Bahnfahrer ihre Eisenbahn-Tickets in einer Imbiss-Stube oder einem Bäckerladen am Bahnhof kaufen. Denn die ÖBB verhandelt derzeit mit einigen Unternehmen über mögliche Vertriebspartnerschaften am Bahnhof Bruck.

Hintergrund des geplanten Deals: Um Kosten zu sparen, sollen ÖBB-eigene Kassenschalter geschlossen werden und der Ticketverkauf über örtliche Partner wie etwa Post oder Trafik erfolgen, „oder die Kasse wird in einer alternativen Form beziehungsweise in Kombination mit anderen Dienstleistungen von anderen Partnern an ihrem jetzigen Standort weitergeführt“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Für die Konsumenten ergebe sich damit keine Verschlechterung, sondern „eine Ergänzung in unserem Serviceangebot“, so Seif.

Ein Wurstsemmerl zum Bahnticket

Konkret könnten sich Bahnkunden etwa mit dem Ticket auch gleich ein Wurstsemmerl kaufen, und sollte eine Bäckerei am Bahnhof einziehen, hätten die Ortsbewohner auch gleich einen Nahversorger, bei dem sie auch am Sonntag frisches Gebäck einkaufen können. „Das wäre auch für die Gemeinde eine attraktive Lösung“, hofft SPÖ-Bürgermeister Gerhard Dreiszker, dass ein Betrieb aus der Lebensmittelbranche zum Zug kommt.

ÖBB-Sprecher Seif ist indes bemüht, argwöhnische Bahnkunden zu beruhigen: „Ich kann versichern, dass die ÖBB vor einer eventuellen Änderung immer auf die Gemeinde zukommen wird und dass keine bestehende Personenkasse geschlossen wird, ohne dass ein Alternativstandort vorhanden ist“, verspricht er. Eine Vertriebspartnerschaft könne für Kunden attraktive Öffnungszeiten bringen und stelle damit „eine bessere Verfügbarkeit und Erreichbarkeit gerade für jene Kunden, die ihre Tickets nicht via Internet oder Smartphone erwerben wollen“, dar.

Derartige Vertriebskooperationen hätten sich laut Seif bereits an einigen Standorten bewährt. In einigen Orten werden nicht ein Partner, sondern zwei oder mehrere Partner aufgebaut. „Somit haben Kunden die Wahl und mehrere Möglichkeiten, bequem an ihr Ticket zu gelangen“, erklärt Seif.

Für den Bahnhof Bruck/Bruckneudorf stehe derzeit noch nicht fest, „wer der Vertriebspartner am Standort sein wird. Als Zeithorizont für einen möglichen Start haben wir das Frühjahr 2022 ins Auge gefasst“, gibt Seif den Zeitplan vor.