Hainburger Baby in Badewanne geboren. Tobias wurde in einer Wanne geboren – wie 1988 auch seine Mutter.

Von Josef Rittler. Erstellt am 27. Februar 2020 (05:22)
Hebamme Eva Bauer mit den Eltern und dem kleinen Tobias, der wie seine Mutter unter Wasser geboren worden war.
Landesklinikum

Ein besonderer Moment ereignete sich vor Kurzem im Landesklinikum: Das erste „Hainburger Unterwasserbaby“ bekam ein Baby – und das auch wieder unter Wasser. „Die erste Wassergeburt fand 1988 statt“, erzählt Gottfried Gamperl, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Damals war es in Österreich noch eine absolute Rarität.“ Die Geburt musste im Stationsbereich der Physikalischen Therapie in einer „Schmetterlingswanne“ stattfinden. „Der kleine Tobias hingegen konnte in unserer Entspannungswanne im Kreißsaalbereich in das Licht der Welt auftauchen.“ Mutter und Kind seien wohlauf. Der Vorteil dieser Entbindungsart: Schmerzlinderung während der Geburt durch die Entspannung im warmen Wasser. „Besonders während der Eröffnungsphase führt die unter Wasser verminderte Schwerkraft zu mehr Bewegungsfreiheit und auch eine leichtere Erweiterung des Beckenrings“, erklärt Gamperl.

Auch die Geburt selbst könne unter Wasser stattfinden. Zwar sei während der Austreibungsphase und der Geburt eine aufrechte Position mit Unterstützung durch die Schwerkraft meist hilfreicher, allerdings sei dies auch unter Wasser möglich. „Da aber nicht in allen Fällen eine Unterwassergeburt empfehlenswert ist und in ganz besonderen Situationen sogar davon abgeraten werden muss, sollten die Voraussetzungen für diesen Entbindungsmodus schon im Vorfeld besprochen werden“, so Gamperl.

Fazit: Er wolle die Unterwassergeburt nicht bewerben, aber diesbezügliche Wünsche könnten im Landesklinikum berücksichtigt werden.