Weichen im Bezirk Bruck sind schon gestellt. In den meisten Gemeinden bringen sich die Parteien schön langsam schon in Stellung für den 26. Jänner.

Von Josef Rittler, Nicole Frisch, Stefanie Cajka, Sonja Wirgler und Susanne Müller. Erstellt am 18. September 2019 (04:01)

Seit der Vorwoche ist fix, was schön länger gemunkelt worden war: Die NÖ Gemeinderatswahlen finden am 26. Jänner 2020 statt. Grund genug für die NÖN, sich umzuhören – welche Bürgermeister im Bezirk treten wieder oder erstmalig an, welche hören auf?

In Bruck wird sich der seit einem Jahr amtierende Bürgermeister Gerhard Weil (SP) der Wahl stellen. Er hat schon damals das Amt von seinem Vorgänger Richard Hemmer übernommen, um die SPÖ in die Wahl zu führen. Bei der ÖVP ringt man derzeit noch um einen Spitzenkandidaten. Fix ist wohl auch, dass sich an der Grünen Spitze nichts ändern wird und Roman Kral einmal mehr antreten wird. In den Gemeinden rund um die Bezirkshauptstadt scheinen keine großen Veränderungen ins Haus zu stehen.

In Höflein wird der amtierende VP-Bürgermeister Otto Auer erneut kandidieren; ob er Konkurrenz von einer anderen Partei bekommt, steht derzeit noch nicht fest. Ähnlich ist es in der Gemeinde Göttlesbrunn-Arbesthal , wo sich VP-Bürgermeister Franz Glock ebenfalls erneut der Wahl stellen wird. In Rohrau wird VP-Ortschef Herbert Speckl ebenfalls erneut ins Rennen gehen.

In Hainburg und den Gemeinden entlang der Donau sind die Verhältnisse meist eindeutig. In der Mittelalterstadt verfügt die Volkspartei über eine absolute Mehrheit von 18 Sitzen (weitere Fraktionen: SP 7, FP 3, Liste Hainburg 1). Ob Bürgermeister Helmut Schmid wieder als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zieht, will er nicht bestätigen („Das werden erst die Parteigremien entscheiden“, erklärte Schmid auf NÖN-Anfrage), es ist aber anzunehmen.

"Ich hab noch viel vor"

Abzuwarten bleibt, welchen Schwung der neue SP-Stadtrat Thomas Häringer in den Wahlkampf bringen kann. Fix ist, dass der bisherige Listen-Gemeinderat Murat Alkan nicht mehr antreten wird. In Scharndorf und Prellenkirchen dominieren langjährige Bürgermeister der Volkspartei, in Berg und Hundsheim (hier mit etwas knapperem Vorsprung) solche der Sozialdemokraten. Obwohl keine offiziellen Erklärungen vorliegen, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass alle Bürgermeister wieder als Spitzenkandidaten antreten werden.

Spannend ist die Situation in Petronell-Carnuntum , wo das Ergebnis der letzten Wahl 9 Mandate für die Volkspartei, 9 Mandate für die Sozialdemokraten und ein Mandat für die FPÖ lautete. Derzeit wird die Marktgemeinde von einer Koalition aus SP und FP geführt. SP-Bürgermeister Martin Almstädter möchte sein Amt weiterführen: „Ich habe noch viel vor!“ In Bad Deutsch-Altenburg werden wieder Bürgermeister Franz Pennauer für die Volkspartei und Vizebürgermeister Hans Wallowitsch für die Sozialdemokraten antreten. In Wolfsthal wird der bisherige Bürgermeister, VP-Landtagsabgeordneter Gerhard Schödinger, wieder antreten.

In Mannersdorf wird sich die Liste Mannersdorf bereits zum dritten Mal der Wahl stellen. Bei den beiden letzten Gemeinderatswahlen hat die Bürgerliste der SP viele Stimmen gekostet, 2015 verlor diese sogar die absolute Mehrheit. Bei der SP will der derzeit amtierende Bürgermeister Gerhard David wieder ins Rennen gehen. „Ich werde mich wieder zur Verfügung stellen“, sagt er.

In Trautmannsdorf sorgte das geplante „Medical Health Resort“ im Schloss für Kritik an der Gemeindeführung durch die Bürgerliste „Unser Trautmannsdorf“. Drei Mitglieder der Bürgerliste finden sich nun aber im Team der Trautmannsdorfer VP-Ortspartei wieder. Damit könnte die VP auch für Kritiker des Schlossprojekts wählbar bleiben. Bürgermeister Heinz-Christian Berthold wird sich der kommenden Wahl jedenfalls wieder als Spitzenkandidat der VP stellen.

Karten werden neu gemischt

In Götzendorf haben SP und VP derzeit jeweils neun Mandate, die FP war bei der letzten Regierungsbildung das Zünglein an der Waage. Je nach Ausgang der Wahl könnte die Regierungsbildung auch diesmal wieder spannend werden. VP-Bürgermeister Kurt Wimmer will jedenfalls noch eine weitere Periode im Amt bleiben.

In Hof hat sich die VP schon 2017 für die Wahl aufgestellt, als Hubert Germershausen den Bürgermeister-Sessel an Felix Medwenitsch übergeben hat. Neu gemischt werden die Karten in der kleinen Gemeinde Au : Dort mutierte die letzte Gemeinderatswahl zu einem Duell zwischen VP-Ex-Bürgermeister Josef Jandrinitsch und seinem ehemaligen Parteikollegen und nunmehrigem Bürgermeister Herbert Mihaly (Zukunftsbündnis Mihaly). Im Zuge dieses Zweikampfs flogen sowohl FP, SP als auch die Liste Kuso aus dem Gemeinderat. Da Jandrinitsch nicht mehr kandidiert, ist auch das Privatduell vom Tisch.

Sommerein ist eine der letzten Gemeinden im Bezirk, in denen die SP noch die absolute Mehrheit innehat. Als Spitzenkandidat wird dort wieder Bürgermeister Karl Zwierschitz antreten.

In Haslau-Maria Ellend wird sich VP-Bürgermeister Jürgen Preselmaier erneut der Wahl stellen. Wer Spitzenkandidat der SPÖ Haslau-Maria Ellend wird, stehe laut Vorsitzendem Willibald Fritz derzeit noch nicht fest.

Ob die Liste Pro Margarethen in Enzersdorf wieder antreten wird, entscheidet sich laut Gemeinderat Johannes Stöckl Anfang Oktober. Man kann wohl davon ausgehen, dass VP-Bürgermeister Markus Plöchl erneut antritt, auch wenn er sich wie SP-Chef Michael Grill noch bedeckt hält. Fix ist, dass Werner Herbert wieder für die FPÖ ins Rennen geht.

Umfrage beendet

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