Drei Gemeinden bilden Allianz gegen Fluglärm. Drei burgenländische Gemeinden wollen bei der Planung künftiger Flugrouten mitreden: Bruckneudorf, Parndorf und Neudorf

Von Otto Havelka. Erstellt am 21. Februar 2019 (05:32)
APA/Robert Jäger
Symbolbild

„Es kann nicht sein, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird.“ SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker schmiedet derzeit mit seinen Amtskollegen aus Neudorf, SP-Bürgermeister Karel Lentsch, und Parndorf, Wolfgang Kovacs (Liste Parndorf), an einer Allianz gegen drohenden Fluglärm.

„Wir sind nicht gegen die 3. Piste, aber für eine gerechte Aufteilung der Fluglärm-Belastung“Gerhard Dreiszker

Die drei Gemeinden wollen ins „Dialogforum“ aufgenommen werden, um dort über künftige Flugrouten mitreden zu können. Anlass für den Vorstoß ist die geplante Flugregelung nach Inbetriebnahme der 3. Piste am Flughafen Schwechat. Dann sollen zwischen 22 und 5 Uhr alle Flüge über die 3. Piste abgewickelt werden. Die Ein- und Abflugschneise würde dann über Bruck und Bruckneudorf liegen.

„Wir sind nicht gegen die 3. Piste, aber für eine gerechte Aufteilung der Fluglärm-Belastung“, erklärt Dreiszker. Ihn ärgert vor allem, dass „die Lärmmessungen just vor Bruckneudorf aufhören.“

Breitspur-Bahnhof „auch noch nicht vom Tisch“

Das Dialogforum droht indes, aus allen Nähten zu platzen. Ursprünglich wurde es als Verein von der Flughafen Wien AG, Austro Control, der „ARGE gegen Fluglärm“, den Ländern NÖ, Wien und Burgenland sowie zehn Anrainergemeinden des Flughafens als Verhandlungsplattform für den Flugverkehr gegründet.

Mittlerweile wollen immer mehr Gemeinden und Organisationen mitreden.

So ist zum Beispiel auch die Stadt Bruck im Dialogforum vertreten, und auch eine neue Bürgerinitiative im niederösterreichischen Ebergassing drängt um Aufnahme in das Forum.

Die Initiative der drei burgenländischen Ortschefs ist vorerst noch vage. Bislang hat es laut Dreiszker „zwei informelle Treffen“ gegeben. Ein Antrag um Aufnahme ins Dialogforum und die konkreten Anliegen der Gemeinden wurden bis dato noch nicht formuliert.

Drohender Fluglärm ist aber nicht die einzige Sorge der Ortschefs. Das Mega-Projekt eines Breitspur-Bahnhofs für Züge aus China „ist auch noch nicht vom Tisch“, fürchtet Dreiszker weitere (Verkehrs)belastungen für die Region.