Tigerbabys-Prozess endete mit Diversion. Das Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Artenhandelsgesetz gegen eine 34-jährige Slowakin, die im August zwei mittlerweile verstorbene Tigerbabys aus ihrer Heimat nach Österreich transportiert hatte, hat am Montagnachmittag in Korneuburg mit einer Diversion geendet.

Von Jutta Hahslinger. Update am 14. Oktober 2019 (15:47)
Die zwei Jungtiere sind mittlerweile verstorben
APA (OETV)

Die Hainburgerin beteuerte, dass es sich um eine Notmaßnahme gehandelt habe, als sie die zwei Tigerbabys ohne gültige Papiere aus der Slowakei nach Österreich brachte.

„Ich bin eine freiwillige Helferin in einer slowakischen Zuchtstation für sibirische Tiger. Als eine Tigermutter nach der Geburt ihre drei Babys verstoßen hat, bekam ich einen Anruf. Es bestand höchste Gefahr und ich sollte die bereits geschwächten Tigerchen im Auftrag der besorgten Besitzerin zu einem österreichischen Tierarzt bringen“, schilderte die 34-Jährige aus Hainburg vor Gericht.

Das habe sie gemacht und den Kleinen medizinische Hilfe zukommen lassen. Da nach deren Behandlung für den nächsten Tag eine Kontrolluntersuchung angestanden sei, und sie den geschwächten Raubkatzen eine stressige Heimfahrt in die Slowakei ersparen wollte, habe sie die Kleinen dann mit in ihre Wohnung in Hainburg gebracht und versorgt, erzählte sie.

„Die Tigerbabys wurden in einer Badewanne gefunden und von der alarmierten Polizei beschlagnahmt“, kommentierte Richter Dietmar Nußbaumer harsch die beteuerte medizinische Notsituation und brachte es dann auf den Punkt: „Sie geben zu, die Tiere nach Österreich transportiert zu haben. Hatten Sie auch die dafür erforderlichen Papiere?“

„Nein“, gestand die 34-Jährige und zeigte damit Schuldeinsicht, gegen das Artenhandelsgesetz verstoßen zu haben. Nach der Verantwortungsübernahme waren Staatsanwalt Stefan Dunkl und der Richter mit einer diversionellen Erledigung des Strafverfahrens einverstanden: Gegen Bezahlung eines Geldbetrages von 600 Euro wird das Verfahren gegen die bislang unbescholtene Krankenschwester eingestellt. Damit bleibt der 34-Jährigen eine Vorstrafe erspart.