Petronell-Carnuntum , Hainburg a.d. Donau

Erstellt am 12. August 2018, 04:10

von Josef Rittler

Festival zeigt "Märchenstunde bei den Barbaren". 200 Darsteller aus elf Nationen lassen Carnuntum lebendig werden.

Josef Rittler

Schwere Zeiten erlebte Carnuntum im 4. Jahrhundert: Ein Erdbeben hatte Teile der Stadt massiv beschädigt. Der häufige Durchzug großer Truppenverbände führte zu Übergriffen auf die Stadtbevölkerung. Man traute den Fremden nicht und war ständig mit der notdürftigen Sicherung der eigenen Existenz beschäftigt. Die alten Götter traten in den Hintergrund, neue Glaubensrichtungen aus dem Osten verhießen Gnade und Erlösung.

Der „Dux“ als Stellvertreter des Kaisers versuchte nach besten Kräften, die Ruhe in der Stadt zu wahren. Er siedelte Veteranen an, rekrutierte Soldaten und musste Verhandlungen mit Barbarengruppen führen, die sich auf der Suche nach Schutz in Carnuntum niederlassen wollten.

Dieses Szenario bildet den Hintergrund für das Festival der Spätantike vom 12. bis 15. August. Rund 200 Darsteller aus elf Nationen bewohnen das rekonstruierte Stadtviertel der Römerstadt. Den ganzen Tag über wird antikes Leben mit Handwerk, Zeitvertreib und der römischen Küche gezeigt. Die Besucher können den Soldaten beim Kampftraining zusehen, einen Diebstahl mitsamt Aufklärung mitverfolgen und werden sogar als Schaugäste zu einer römischen Hochzeit geladen. Für Kinder gibt es eine Märchenstunde bei den Barbaren, antike Textilgestaltung, römische Kinderspiele und Exerzieren mit den militärischen Einheiten.

Mehr Informationen im Internet unter: www.carnuntum.at