Viel Platz in den Freibädern im Bezirk Bruck. Besucher in Freibädern verhalten sich großteils diszipliniert. Zahlen dennoch weiter unter dem Vorjahresniveau.

Von Gerald Burggraf und Josef Rittler. Erstellt am 05. August 2020 (05:45)
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Der Sommer hat Halbzeit. Neben den Auswirkungen der Coronapandemie wirkten sich auch die fehlenden Hitzeperioden ungünstig auf den Betrieb der Freibäder im Bezirk aus. „Der Besuch im Bergbad war heuer eher schwach“, sagt Hainburgs Bürgermeister Helmut Schmid (ÖVP). Vor allem die slowakischen Gäste wären bisher ausgeblieben. Als Grund nennt Schmid nicht nur Corona, auch das schlechte Wetter im Juli hätte seinen Teil dazu beigetragen. Die Corona-Maßnahmen wären dagegen bisher kein Problem gewesen, zumindest hätte es keine Klagen gegeben. Jetzt hofft die Gemeinde auf einen sonnigen August. „Vorige Woche hatten dank des Sommerwetters erstmals knapp 1.000 Besucher, davon haben rund 300 eine Dauerkarte.“ Mehr Badegäste pro Tag können derzeit nicht eingelassen werden.

Von einer Maximalauslastung ist man hingegen in Prellenkirchen, Schwechat oder Himberg weit entfernt. Der Prellenkirchner Ortschef Johann Köck (ÖVP) zeigt sich mit der bisherigen Saison jedenfalls zufrieden. „Vor allem in den letzten heißen Tagen war das Bad sehr gut besucht“, berichtet er. Bei einer Liegefläche von einem Hektar seien die Abstände der Besucher zueinander auch kein Problem. „Unterm Strich werden wir durch Corona viel weniger Badegäste als im jährlichen Durchschnitt haben, aber es ist bis jetzt auf jeden Fall o.k.“

Eines muss ich klar sagen: Das oberste Prinzip (bei der Abstand-regel, Anm.) heißt Eigenverantwortung.“ Christian Habisohn, SPÖ-Vizestadtchef Schwechat

Ähnlich sieht es Schwechats Vizebürgermeister Christian Habisohn (SPÖ). Er ist in der Braustadt für das Freibad zuständig und würde das Besucherniveau als „normal“ einstufen. Die Vorjahressaison und heuer wären aber kaum zu vergleichen. Zudem war 2019 ein Top-Jahr im Freibad. Die bisher mit Abstand meisten Gäste wurden vergangene Woche Dienstag gezählt – rund 3.100 Schwimmfreunde kamen nach Schwechat. Von einer Maximalauslastung ist man dennoch weit entfernt. Zugelassen wäre das Bad für an die 7.000 Besucher, „selbst mit der Beschränkung der Liegefläche könnten wir 3.600 Personen einlassen“, weiß Habisohn.

Auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes wird streng geachtet. Bei großen Gruppen mahnen die Bademeister zur Distanz. „Eines muss ich aber klar sagen: Das oberste Prinzip heißt Eigenverantwortung“, hält der Sportstadtrat fest. So müsse sich eben jeder an die Spielregeln halten. Das funktioniere auch gut, auch wenn „einige bewusst in Diskussionen gehen“, erzählt Habisohn. Seinen Bademeistern spricht er ein großes Lob aus. Die Aufmerksamkeit für den Mindestabstand käme als Aufgabe ja noch dazu.

In Himberg ist man mit den Badegästen ebenfalls zufrieden, „die Besucher sind sehr diszipliniert“, berichtet Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ). Werden die Coronaregeln einmal nicht eingehalten, wird über eine Tonbandaufnahme per Lautsprecher auf die Einhaltung hingewiesen. „Dadurch werden die Besucher wieder aufmerksamer und vorsichtiger. Damit funktioniert der Besuch im Waldbad eigentlich ganz gut ohne die Leute persönlich maßzuregeln“, sagt der Ortschef. Alles in allem liegt man bei den Gästezahlen etwa ein Drittel unter jenen des Vorjahres. Allerdings nicht nur corona-, sondern auch wetterbedingt. Im Jahr 2019 besuchten 18.600 Personen das Waldbad.

Aufgefallen sei jedenfalls, dass am starken Badetag vergangene Woche Dienstag einige Wiener nach Himberg ausgewichen sind. Scheinbar wurden sie in Wien nicht mehr ins Bad eingelassen. Im Waldbad war man von der Höchstgrenze bisher aber noch weit entfernt.

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