Mentales Training in der Badewanne. Thomas Tschernitschek aus Parndorf steht Sportlern auch in der aktuellen "Zwangspause" als Mentalcoach zur Verfügung.

Von Raimund Novak. Erstellt am 03. April 2020 (11:27)

Die Turniere sind langfristig abgesagt, das Training fällt so gut wie komplett flach: die aktuelle Krise schränkt den sportlichen Tätikeitsbereich von Sportler und Sportlerinnen enorm ein. Vom Wettkampfgefühl bis zur Zielsetzung, viele Athleten müssen nun improvisieren. "Einem Christian Redl bleibt jetzt wahrscheinlich nur mehr die Badewanne", scherzt Mentaltrainer Thomas Tschernitschek. Der Apnoetaucher zählte zu seinen ersten Klienten. Erst kürzlich begleitete er ihn beim Versuch seinen eigenen Weltrekord im Tieftauchen unter Eis zu knacken ( die NÖN berichteten ).

Redl zählt nun, in Zeiten der Ausgangssperre, zu den wenigen Sportlern, die die Leistungen Tschernitscheks in Anspruch nehmen. "Die meisten haben nun andere Dinge im Kopf, aber gerade jetzt ist Zeitpunkt für mentales Training ideal, denn am Ende der Krise, haben diese Sportler einen Vorsprung gegenüber anderen",  meint der Mentalcoach. Redl nimmt seine Dienste wieder in Anspruch, da er nach dem "Patzer" am Weissensee, im nächsten Jahr, einen neuerlichen Weltrekordversuch plant. Diese Gespräche finden aktuell natürlich mit Hilfe der Videotelefonie statt.

Göttlesbrunns Kicker spielten wie ausgewechselt

In der Vergangenheit verhalf Tschernitschek  schon etliche Profi- und Amateursportler zu großem Ruhm. Dazu zählt der Wiener Neustädter Johann Mayer, der im Vorjahr den Weltmeistertitel im Full Muay Thaiboxen bis 65kg eroberte.

Olympiateilnahmen, dutzende Staatsmeistertitel, EM-Titel - die Liste der erfolgreichen Sportler, die Tschernitschek betreute, ist lang. Im Bezirk Bruck kennen zwei Fußballklubs die Arbeit des Pachfurther gut: Der SC Göttlesbrunn und der SC Haslau. "Die Göttlesbrunner rangierten damals am letzten Platz - dann haben sie kein Match mehr verloren", ist Tschernitschek stolz. Mit den Haslauern feierte er außerdem einen Meistertitel.

Nun kann sich der Mentaltrainer, der in Fischamend aufgewachsen ist, vermehrt um andere Dinge kümmern. Neben dem Arbeiten und Meditieren im Garten sowie dem gemeinsamen Frühstück mit Frau und Stieftochter, hat der 52-Jährige außerdem die eine oder andere Idee im Kopf. So kamen Facebook-User erst kürzlich in den Genuss einer Live-Lesung seines Buches "Das Geheimnis der grünen Bäume". Diese Lektüre ist in Romanform geschrieben und beinhaltet seine persönlichen Mentalcoach-Tools. "Es gibt Leute, die stecken in Krisenzeiten den Kopf in den Sand. Ich gebe aber den Input einen anderen Weg einzuschlagen, denn gerade jetzt hat man die Zeit, um sich selbst zu reflektieren."