Packender Monolog in Sommerein. Der erfolgreiche Debüt-Roman des Sommereiners Mario Schlembach wurde jüngst als Theaterstück inszeniert.

Von Otto Havelka. Erstellt am 08. Dezember 2019 (04:17)
Eleonore Bürcher glänzte als Hedwig in Schlembachs „Dichtersgattin“.
Schlembach

Mario Schlembach ist zweifelsfrei das Aushängeschild der Region in Sachen „Literatur“.

Am vergangenen Mittwoch wurde sein Stück „Dichtersgattin“ im Innsbrucker Kellertheater uraufgeführt und erntete durchwegs hervorragende Kritiken.

„Dichtersgattin“ ist der erste Roman Schlembachs und ursprünglich nicht als Theaterstück konzipiert. De facto ist das Buch der Monolog der alten Dame aus guter Gesellschaft, Hedwig, die ihren proletarischen Gatten, einen Totengräber, in die Sphären der sogenannten Hochkultur heben wollte. Zu gern wäre sie die Gattin eines Dichters am Burgtheater gewesen. Bei einem der obligaten Besuche des Österreich-Pavillons bei der Biennale von Venedig zieht sie in einem Monolog Resumée über ihr Leben, während ihr Gatte Hubert auf der Bank neben ihr verstirbt.

"Es ist wirklich ideal"

Der Stoff scheint auf den ersten Blick nicht gerade für ein packendes Bühnenstück gemacht.

Doch die ehemalige „Grand Dame“ des Landestheaters Innsbrucks, Eleonore Bürcher, ist selbst auf das Buch aufmerksam geworden und hat sich dem Regisseur Manfred Schild für diese Rolle angetragen. Der Autor selbst und Regisseur Schild legten Hand und Hirn an.

„Es ist wirklich ideal“, schwärmt Autor Schlembach. „Gemeinsam mit dem Regisseur und Intendanten Manfred Schild haben wir da eine sehr schöne 90-minütige Theaterfassung gezaubert“ sagt Schlembach. Das monologisierende Stück weckt unweigerlich Erinnerungen an Thomas Bernhard.

„Wenn das Stück und die Fassung Anklang finden, hoffe ich, dass es auch bald bei uns in der Gegend aufgeführt wird“, zeigt sich Schlembach hoffnungsvoll.

Das Szenario wird freilich nicht so leicht andernorts zu wiederholen sein. Denn auf der Innsbrucker Bühne gab es ein packendes Wiedersehen mit Eleonore Bürcher. Mehr als 30 Jahre lang war sie Ensemblemitglied am dortigen Landestheater.

Sie „gibt dem Text vor allem in den leisen und den Zwischentönen eine ganz neue Tiefe“, schwärmt Schlembach.