Sommerein will keine Schießanlage. Ein Waldstück eignet sich für          Übungen. Der Bürgermeister will das verhindern.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:55)
Die Idee einer Schießanlage des Bundesheers im Wald sorgt für Aufregung in der Gemeinde.
Nicole Frisch, Nicole Frisch

Um eine schöne Wohngegend handelt es sich bei der Badgasse sowie dem Wenzlberg. Der angrenzende Wald wird zudem von vielen als Naherholungsgebiet aufgesucht. Bürgermeister Karl Zwierschitz (SPÖ) fürchtet nun aber, dass die Idylle künftig von Lärm und Sicherheitsproblemen gestört werden könnte. Aus inoffizieller Quelle hat er erfahren, dass das Bundesheer, dem der Wald, der an Badgasse und Wenzlberg grenzt, gehört, eine Schießanlage errichten könnte. „Wir haben gleich gesagt, für uns kommt das mit Sicherheit nicht in Frage“, hält der Bürgermeister fest. 

Seine ablehnende Haltung hat Zwierschitz bereits Markus Ziegler, Kommandant des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf (TÜPl), sowie dem Verteidigungsministerium mitgeteilt. Ziegler bestätigt gegenüber der NÖN, dass es Überlegungen gibt, eine Schießanlage in Sommerein zu errichten, zeigt sich aber auch überrascht, dass die Gemeinde davon bereits weiß. „Es ist eine reine Idee, es gibt noch keine Planung dazu“, erklärt Ziegler. Es handle sich um ein „Zukunftsprojekt, das kommt oder nicht kommt“. 

Laut dem TÜPl-Kommandanten würde sich dieses Waldgelände jedenfalls gut eignen, um Gefechtsübungen zu trainieren. Hier befindet sich nämlich das Groisbachgerinne mit relativ steilen und bewaldeten Hängen. „Das gibt es nur auf dem Übungsplatz“, lässt Ziegler wissen. Soldaten und Soldatinnen könnten auf diesem Gelände gut für Auslandseinsätze vorbereitet werden und das Scharfschießen üben. 

Umsetzbarkeit muss erst geprüft werden

Priorität habe diese Schießanlage für den TÜPl-Kommandanten im Moment aber nicht. „Es laufen derzeit viele andere Projekte. Zuerst wird das Bestehende optimiert“, sagt Ziegler. Eine Realisierung der Idee könnte frühestens in drei bis vier Jahren erfolgen. Der Bürgermeister werde dann vorab informiert, versichert Ziegler. Zudem müsse die Umsetzbarkeit des Projekts erst überprüft werden. Geltende Lärmschutz- und Gefahrenbereichsbestimmungen wolle man einhalten. Können diese nicht eingehalten werden, wird laut Ziegler auch keine Schießanlage im Wald errichtet.

Auch wenn diese Schießanlage für das Bundesheer noch nicht auf der Tagesordnung steht, will sie Zwierschitz auf jene der nächsten Gemeinderatssitzung setzen. „Ich werde einen Antrag stellen, damit wir uns in Form einer Resolution dagegen aussprechen“, so Zwierschitz. Diese Resolution soll dann politischen Verantwortungsträgern auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene vorgelegt werden. 

Gemeinde sammelt Unterschriften

Zwierschitz rechnet damit, dass die vorläufige Idee des Bundesheeres auch in den betroffenen Siedlungsgebieten ein Thema werden wird. „Davon wird keiner begeistert sein“, unterstreicht er. Er ruft die Bevölkerung jedenfalls auf, die geplante Resolution der Gemeinde zu unterstützen. Dafür werden Unterschriftenlisten am Gemeindeamt, im Kaufhaus Schmutterer sowie im Veranstaltungszentrum in der Badgasse aufgelegt.