Felsenkeller ist Geschichte. Ehemaliges Ausflugsgasthaus dem Erdboden gleich gemacht. Moderner Bau mit neun Wohnungen geplant.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 15. März 2019 (05:00)
Holzer 2/Dollfuß
Der Felsenkeller war schon mehr als baufällig. In der Vorwoche starteten die Abbrucharbeiten. Die Walsbergerkapelle (rechts) wird erhalten bleiben.

Der Felsenkeller an der Gaminger Straße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Gebäude findet sich schon auf Bildern aus dem Jahre 1820. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es ein beliebtes Ausflugsgasthaus, zuletzt in den 60er-Jahren noch von „Witwe Polt“, wie sie die Scheibbser nannten, geführt. Danach diente es als Wohnhaus. Seit über einem Jahrzehnt stand es allerdings bereits leer.

"Im Konkreten planen wir ein Wohnhaus mit neun, komplett barrierefreien Wohneinheiten mit rund 70 Quadratmetern inklusive Tiefgarage und Lift“FreeImmotions-Geschäftsführer Walter Rappersberger

Vor drei Jahren erwarb die FreeImotions GmbH aus Prinzersdorf das Areal. „Wir hatten von Beginn an Pläne, hier etwas Schönes zu bauen. Im Konkreten planen wir ein Wohnhaus mit neun, komplett barrierefreien Wohneinheiten mit rund 70 Quadratmetern inklusive Tiefgarage und Lift“, schildert FreeImmotions-Geschäftsführer Walter Rappersberger auf NÖN-Anfrage. In der Vorwoche kam Bewegung in die Angelegenheit. Die Firma Kraml begann mit dem Abbruch des alten Gebäudes. „Dessen Zustand wurde immer baufälliger. Wir mussten den Abbruch alleine schon aus Sicherheitsgründen jetzt starten“, erklärt Rappersberger.

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Bis zum Wochenende war das Gebäude schon abgerissen. An dieser Stelle soll ein moderner Wohnbau kommen.

Einher mit dem Abbruch geht auch die Konkretisierung des Wohnbau-Projektes. „Wir haben das Projekt zuletzt noch verfeinert und werden es in den nächsten Tagen beim Bauamt der Stadtgemeinde Scheibbs einreichen. Wir wollen noch heuer mit dem Bau beginnen, sofern sich genügend Interessenten finden“, schildert Architekt Gerhard Dollfuß, der Geschäftspartner von Rappersberger. Diese Eigentumswohnungen richten sich vor allem auch an ältere Menschen, denn es ist eine Kooperation mit dem benachbarten Pflege- und Betreuungszentrum Scheibbs geplant. „Wir haben in Mank schon so eine Zusammenarbeit. Ähnliches erhoffen wir uns für Scheibbs. Erste Gespräche diesbezüglich hat es bereits gegeben“, schildert Rappersberger.

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Erfreut über das geplante Projekt zeigt sich auch die Stadtgemeinde Scheibbs. „Wohnen an der Erlauf und trotzdem praktisch direkt im Stadtzentrum. Das hat sicher seinen Reiz“, ist Bürgermeisterin Christine Dünwald überzeugt. Positiv sieht Dünwald den geplanten Neubau auch in puncto Verkehrssicherheit. „Im Zuge des Bauverfahrens wird auch ein Teil des Grundstücks für eine Verbreiterung des Gehsteigs abgetreten. Das ist schon vorbesprochen und vereinbart. Damit kommen wir unserem Ziel, einen sicheren Rad- und Gehweg ins Freizeitzentrum zu schaffen, ein Stückchen näher“, sagt Dünwald.

Nicht abgerissen wird die Walsbergerkapelle, die an die Hinrichtung des 1597 dort gehenkten aufständischen Marktrichters Steffan Walsberger erinnert und ein von der Heimatdichterin Julanthe Haselwander restauriertes Trinitasbild birgt. „Dieses ist im Konzept voll integriert. Es ist sogar vorgesehen, dieses zu renovieren“, betont Rappersberger. Auch den Keller selbst will man versuchen, zumindest teilweise zu erhalten.