Scheibbs erstmals ein Einpendlerbezirk . Der Scheibbser Bezirk ist der einzige Bezirk im gesamten Mostviertel mit einem positiven Pendlersaldo, sprich es gibt um 702 mehr Einpendler als Auspendler.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. Februar 2020 (05:52)
AKNÖ; Illustration: Mascha Tace/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

16.027 Arbeitnehmer haben ihren Arbeitsplatz im Scheibbser Bezirk. Das sind um 21 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. 6.523 Arbeitnehmer pendeln davon in den Scheibbser Bezirk ein. 5.821 der im Bezirk Scheibbs insgesamt wohnhaften 15.325 Arbeitnehmer pendeln in andere Bezirke aus. Diese Werte weist die in der Vorwoche von der Arbeiterkammer Niederösterreich veröffentlichte Pendleranalyse aus. Zu Grunde liegen dieser alle fünf Jahre im Zuge der Arbeiterkammerwahlen durchgeführten Analyse Daten zum Stichtag des 3. Dezember 2018.

Mit dem Plus von 702 hat das Ötscherland als einer von nur sechs Bezirken in Niederösterreich ein positives Pendlersaldo (Einpendler minus Auspendler). Das größte absolute Plus beim Pendlersaldo weist der Bezirk Mödling mit 17.711 aus, das größte Minus der Bezirk Gänserndorf mit minus 19.100. Scheibbs hat sich in den letzten fünf Jahren von einem Auspendlerbezirk zu einem Einpendlerbezirk entwickelt. 2014 war das Pendlersaldo im Erlauftal noch negativ (minus 1.131).

Im Mostviertel ist der Scheibbser Bezirk der einzige Bezirk mit einem positiven Saldo. Amstetten (inklusive Waidhofen/Ybbs) und Melk haben beide jeweils deutlich mehr Auspendler als Einpendler (minus 6.484/minus 9.297).

Nur ein Drittel sind echte Nicht-Pendler

Nur 4.371 der insgesamt 15.325 im Bezirk wohnhaften Arbeitnehmer haben ihren Arbeitsplatz an ihrem Wohnort und sind damit echte „Nicht-Pendler“. Das entspricht 29 Prozent. 34 Prozent pendeln innerhalb des Scheibbser Bezirks, weitere 34 Prozent pendeln in andere Bezirke und vier Prozent der wohnhaft Beschäftigten haben ihren Arbeitsplatz in Wien.

Für die Auspendler aus Scheibbs spielen vor allem die Bezirke Amstetten (31 Prozent) und Melk (26 Prozent) eine wesentliche Rolle. Über die Hälfte der Auspendler haben dort ihren Arbeitsplatz und fast drei Viertel der Einpendler kommen aus diesen beiden Bezirken. Zusätzlich sind St. Pölten (16 Prozent), Wien (11 Prozent), und Oberösterreich (7 Prozent) größere Ziele für die Auspendler. In der anderen Richtung liegen die Werte bei Wien mit vier beziehungsweise bei St. Pölten mit sieben Prozent niedriger.

Übrigens pendeln deutlich mehr Männer als Frauen – in jede Richtung. In Scheibbs ist der Anteil der Frauen bei den Einpendlern 35 Prozent, bei den Auspendlern 39 Prozent.