Alles für die Sicherheit

Erstellt am 27. November 2012 | 00:00
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Ungesicherte Eisenbahnkreuzungen / Verhandlungen über Sicherheitsmaßnahmen im Laufen, eine Ampelsignalanlage bereits vorgeschrieben. Erneute Diskussion über Verkehrsspiegel.
Von Christian Eplinger

WIESELBURG-LAND / Es müssen meistens folgenschwere Unfälle passieren, ehe effektive (und meist teure) Verkehrssicherungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Bestes Beispiel dafür waren die „Lane Lights“ an den Eisenbahnkreuzungen in Wieselburg. Seit deren Einführung gelten diese Kreuzungen als sicher.

Im Gemeindegebiet von Wieselburg-Land ereigneten sich im letzten Jahr drei schwere Verkehrsunfälle bei nur mittels Stop-Tafel gesicherten Eisenbahnkreuzungen. Zwei mit weitreichenden Folgen: Ein Wieselburger, der mit seinem Auto im Jänner 2012 bei der Kreuzung der Gemeindestraße Richtung Hart-Plaika (nördlich der Firma Brandl) von einem Güterzug erfasst und mitgeschleift worden war, liegt noch immer im Koma. Die Wienerin, die vergangenen Montag den Triebwagen bei der Kreuzung der Landesstraße mit der Erlauftalbahn in Mühling übersah, starb noch an der Unfallstelle.

„Eisenbahnkreuzungen sind nicht unmittelbar in unserer Kernzugehörigkeit, aber natürlich versuchen wir, wenn solche Unfälle passieren, vor Ort so rasch als möglich nach Lösungen oder Verbesserungen zu suchen. Ohne den Verkehrssachverständigen vorgreifen zu wollen, müssen wir einfach bei diesen ungesicherten Eisenbahnkreuzungen alles versuchen, um die Gefahrenquellen zu entschärfen“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper im NÖN-Gespräch.

Man befinde sich praktisch in permanenten Gesprächen mit den Sachverständigen über Sicherungsmaßnahmen, weiß Bürgermeister Karl Gerstl aus Wieselburg-Land. Erst vor wenigen Tagen ist der Gemeinde die Errichtung einer Lichtsignalanlage bei der Eisenbahnkreuzung Richtung Hart-Plaika vorgeschrieben worden, obwohl dort das Verkehrsaufkommen im Vergleich zur ein paar hundert Meter nördlich gelegenen Eisenbahnkreuzung mit der Landesstraße (Richtung Berging), wo am Montag der tödliche Unfall passierte, relativ gering ist. „Wir werden dem so rasch als möglich nachkommen. Die Sicherheit geht vor“, sagt Gerstl im Bewusstsein, dass mit der Errichtung einer Lichtsignalanlage hohe Kosten für die Gemeinde verbunden sind. Ähnliches wird jetzt bei der Eisenbahnkreuzung in Mühling Richtung Berging geschehen. Da dies eine Landesstraße ist, muss sich dort das Land an den Kosten beteiligen.

2007 mussten Spiegel abmontiert werden 

Im Zuge der Diskussionen kam auch das Thema Verkehrsspiegel wieder zur Sprache. Ende 2007 musste die Landgemeinde die bei diesen drei Eisenbahnkreuzungen in Mühling angebrachten Verkehrsspiegel auf Bescheid der Eisenbahnbehörde abmontieren. „Wir haben damals gegen diesen Bescheid berufen und unsere entschiedenen Bedenken angemeldet. Doch auch nach nochmaligem Lokalaugenschein hat der Verkehrssachverständige des Landes einem Verkehrsspiegel eine Absage erteilt. Der Spiegel vermittle den Fahrzeuglenkern lediglich eine „Scheinsicherheit“ hieß es im damaligen Bescheid. „Nur, diese Scheinsicherheit hat sich jahrelang bestens bewährt. Wir haben bereits damals heftig gegen die Demontage protestiert und verstehen das bis heute noch nicht“, hofft Gerstl, dass es auch im Zuge der weiteren Verhandlungen diesbezüglich zu einem Umdenken bei den Sachverständigen kommt. Denn das wäre eine relativ billige und effektive Sofortmaßnahme für viele Eisenbahnkreuzungen.

Die Eisenbahnkreuzung in Mühling Richtung Berging: Dort ereignete sich am Montag der tödliche Unfall. Jetzt wird verhandelt .CE

Die Eisenbahnkreuzung beim Bahnhof Mühling Richtung Plaika: Im Zuge der Sicherungsmaßnahmen soll auch diese mitverhandelt werden.

Die Eisenbahnkreuzung in Mühling Richtung Hart-Plaika: Dort geschah im Jänner ein schwerer Unfall. Jetzt soll eine Lichtsignalanlage kommen.