Lokalaugenschein: Kein Einkauf ohne Maske. Seit der Vorwoche ist die Maske beim Einkaufen Pflicht. Die NÖN begab sich auf Lokalaugenschein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. April 2020 (17:50)

Freitagvormittag beim Merkurmarkt in Amstetten. Nur vereinzelt kommen Kunden ohne Maske zum Einkaufen. „Ich hab noch keine, warte ob ich jetzt beim Eingang eine bekomme. Und werde sie dann natürlich aufsetzen“, sagt Christian Leonhartsberger aus Bad Kreuzen. Er bekommt eine. Anders Carina und Brigitte Rülling aus Euratsfeld. Sie kommen mit einem vollen Einkaufswagen und selbst genähten Masken aus dem Geschäft. „Wir haben uns diese selbst genäht. Ich finde die Maskenpflicht als Schutz für die anderen, aber auch für uns selbst, in Ordnung, auch wenn es noch etwas ungewohnt ist“, schildert Brigitte Rülling. Auch alle Verkäuferinnen im Markt sind so wie die Kunden mit Masken unterwegs. Die Maßnahme der Regierung wird ohne großes Wenn und Aber umgesetzt.

„Viele würden gerne zweite Maske haben“

Schauplatzwechsel zum Eurosparmarkt nach Wieselburg. Dort steht Monika Kumpan am Eingang und gibt die Masken aus. „Viele Kunden haben schon ihre eigenen Masken mit, die anderen nehmen sich dankbar eine Maske. Niemand hat sich bisher ablehnend verhalten. Es ist eher so, dass Leute eine zweite Maske mit nach Hause nehmen wollen. Aber das geht leider nicht. Pro Besuch gibt es nur eine für jeden Kunden“, sagt Kumpan. Geschäftsführer Moritz Neuhauser desinfiziert daneben gerade die Einkaufswägen. „Wir haben zwar am Dienstagabend über die Spar-Zentrale größere Mengen an Masken bekommen, aber man weiß ja nicht, wie lange die Maßnahmen dauern. Urassen dürfen wir nicht damit. Außerdem kann man diese Masken durchaus mehrmals verwenden, vor allem, wenn man sie nur kurz für einen Einkauf aufhat“, sagt Neuhauser.

„Wir machen jetzt öfters kurze Pausen, um Luft zu holen.“Feinkost-Mitarbeiterin Heidemarie Boubal-Schadenhofer

„Wir haben diese Woche sechs Millionen Masken an unsere Händler in Österreich verteilt und insgesamt 30 Millionen Masken bestellt. Die Resonanz von Kunden und Mitarbeitern ist durchaus positiv. Es funktioniert gut“, informiert Nicole Berkmann, Pressesprecherin von Spar Österreich, auf Anfrage der NÖN. Zurück nach Wieselburg. Dort tragen die Mitarbeiterinnen des Eurospar selbst genähte Masken. „Das ist für uns kein Thema, auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist, die Masken den ganzen Tag aufzuhaben. Wir machen zwischendurch öfters kurze Pausen, um im geschützten Bereich Luft zu holen. Aber von Tag zu Tag werden die Masken mehr zur Selbstverständlichkeit“, schildert Heidemarie Boubal-Schadenhofer von der Feinkostabteilung.