Bezirk Scheibbs: Tourismus-Boom im Sommer brachte Plus. In Gaming und Göstling sorgte das Vorjahr für einen weiteren Anstieg der Nächtigungszahlen. Leichter Rückgang in Lunz.

Von Claudia Christ. Erstellt am 16. Februar 2020 (06:08)
Sonne, Wiesen und Wälder und im Blick den Ötscher. Der Sommertourismus boomt und bescherte den Gemeinden Gaming und Göstling im Vorjahr ein Nächtigungsplus. Foto: wein9866
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Dass es mit dem Tourismus in der Region steil bergauf geht, das zeigen die neuesten Nächtigungszahlen. „Wir können uns 2019 über ein Plus von fünf Prozent freuen“, zieht Herbert Zebenholzer, Geschäftsführer des Tourismusvereins der Ybbstaler Alpen, Bilanz.

Besonders positiv ist es für die Gemeinde Gaming gelaufen. Hier nächtigten im Vorjahr 82.628 Gäste, das bedeutet ein Plus von 4.648 Übernachtungen gegenüber 2018.

„Wir müssen Schritte setzen, denn künftig brauchen wir wieder mehr Privatzimmer in Göstling.“Friedrich Fahrnberger, Bürgermeister

Diese erfolgreiche Entwicklung führt Bürgermeisterin Renate Gruber auf die Bewerbung durch die Ybbstaler Alpen zurück. Zudem war 2019 ein sehr schneereicher Winter und die Gäste sind in Scharen gekommen. „Besonders das Angebot von Loipen und Skipisten schätzen die Besucher sehr“, freut sich Gruber. Das Gästeplus verstärkt das Bestreben, einen Hotelbetrieb in die Gemeinde zu holen. „Wir haben ein qualitativ hohes Angebot an Appartements und Privat-Unterkünften. Jetzt fehlt uns nur ein Leitbetrieb“, sagt die Bürgermeisterin.

Ein knappes Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr hat die Gemeinde Göstling zu verzeichnen. Hier nächtigten von Jänner bis Dezember insgesamt 118.288 Gäste. Nach einem zähen Start durch die Schneekatastrophe im Jänner und einem eher durchwachsenen Frühling ging das Tourismuskonzept im August voll auf.

„Der Sommertourismus bei uns boomt und die Ausflugsziele wie Mendlingtal und Hochkar werden bei den Gästen immer beliebter“, hat Bürgermeister Friedrich Fahrnberger die Erklärung für die positive Entwicklung parat. Dass die Bettenanzahl bald nicht mehr ausreicht, stellt die Gemeinde vor ein Problem. „Wir müssen hier Schritte setzen, denn die Anzahl der Privatvermieter ist eher rückläufig. Künftig brauchen wir wieder mehr Privatzimmer“, sagt Fahrnberger.

Mit leicht rückläufigen Zahlen (- 1.030) muss sich die Gemeinde Lunz zufriedengeben. Das Minus ist dem Rekordjahr 2018 mit insgesamt 42.734 Gästen geschuldet. Im Vorjahr nächtigen 41.704 Gäste im Ort. „Durch den verregneten Mai haben wir ein ganzes Monat verloren. Dafür boomt der Tourismus in den beiden Monaten Juli und August. Besonders im Sommer werden wir künftig noch mehr Betten brauchen“, sagt Bürgermeister Josef Schachner.