Steinakirchen am Forst

Erstellt am 13. März 2018, 04:00

Ein Tag mit den Sängerknaben in Steinakirchen. Vergangenen Freitag waren die Wiener Sängerknaben mit ihrem Kapellmeister Oliver Stech zu Besuch in Steinakirchen

Volle Konzentration beim Konzert der Wiener Sängerknaben in der Pfarrkirche in Steinakirchen mit Kapellmeister Oliver Stech.  |  NÖN

Vergangenen Freitag war es endlich soweit. Der Schubertchor der Wiener Sängerknaben, der berühmteste Knabenchor der Welt, sang mit seinem gebürtigen Hausmeninger Kapellmeiser Oliver Stech in der Pfarrkirche in Steinakirchen, ein einzigartiges Musikerlebnis für die Besucher.

Bereits um 16 Uhr kam der Bus mit den 22 Kindern und einigen Erziehern bei der Volksschule in Steinakirchen an. Die Buben agierten gleich bei der Ankuft äußerst professionell und posierten für ein Gruppenfoto beim Aussteigen aus dem Bus. Dann ging es schnurstracks in die Pfarrkirche um erst einmal zu Proben.

„Für mich ist es ein Highlight des Jahres, ein Konzert in meiner Heimat zu singen. Wir hoffen, dass es alle Besucher vom Hocker reißt.“Oliver Stech, Kapellmeister

Die rund 100 aktiven Wiener Sängerknaben, Buben zwischen neun und vierzehn Jahren, sind auf vier Konzertchöre, benannt nach berühmten Komponisten – Bruckner, Haydn, Mozart und Schubert – aufgeteilt.

Im Schubertchor, der Steinakirchen besuchte, singen Buben aus Japan, Deutschland, Südkorea, den USA und Hong Kong. Jeder der vier Chöre verbringt neun bis elf Wochen des Schuljahres auf Tournee. Zusammen absolvieren die Chöre jährlich rund 300 Auftritte vor fast einer halben Million Zuschauern. Jeder Sängerknabe tritt rund 80 Mal im Jahr auf - und diese enorme Bühnenerfahrung ist ein wichtiger Teil der Ausbildung.

Der Schubertchor konzertierte vor Weihnachten in Asien und Deutschland, nächstes Jahr im Herbst bereist er Nordamerika.

„Sängerknaben sind für mich große Familie“

„Mich begeistert das tägliche Singen und die vielen Tourneen. So kann ich die unterschiedlichsten Länder bereisen, wo wir viel erleben und ich die Kulturen des Landes besser kennenlernen kann. Ich war schon in Japan, Amerika, China, Australien, Taiwan und Kanada“, freut sich Michael, ein Sängerknabe aus St. Georgen am Ybbsfelde. „Die Wiener Sängerknaben sind für mich wie eine große Familie, da vergißt man das Heimweh und dass man so weit weg von den Eltern ist“, erzählt Michael weiter.

Eine Herausforderung war es, das Klavier in die Kirche zu bekommen und dort von einem Professionisten stimmen zu lassen, berichtet Hubert Pousek, ehemaliger Erzieher der Wiener Sängerknaben, dem es gelungen ist, den Chor für ein Benefizkonzert zu gewinnen und nach Steinakirchen zu holen.

Nach dem Einsingen und dem Proben in der Kirche wanderten alle Sänger in den Gasthof Aigner, um sich vor dem Auftritt gut zu stärken. Ausgerechnet am vergangenen Freitag feierte Michael, der Sängerknabe aus St. Georgen seinen vierzehnten Geburtstag. Mit einer Torte und einem Geburtstagsständchen gratulierte ihm herzlich seine „großen Familie“.

Michael, Sängerknabe aus St. Georgen am Ybbsfeld posiert mit Pfarrer Hans Lagler und Pastoralassistentin Monika Liedler.  |  NÖN

Um neunzehn Uhr war es dann endlich so weit. Pfarrer Hans Lagler eröffnete das Konzert: „Mehr als das gesprochene Wort erreicht die Musik die Tiefe der Seele.“ Geboten wurden Werke von Joseph Haydn, Andrew Lloyd Webber, Johannes Brahms, Gustav Holst, Gioachino Rossini, Claude Debussy, Robert Stolz, Josef Strauss und Volkslieder aus Österreich.

Die Sänger begeisterten mit vielen Nuancen in ihren vollen Stimmen, Crescendos und Decrescendos. Oliver Stech, der Kapellmeister, hat internationale Musikerfahrung und singt auch selbst: Er war Mitglied im Chorus sine nomine, im World Youth Choir, in den Zusatzchören der Wiener Staatsoper und der Wiener Volksoper und hat mit Dirigenten wie Bertrand de Billy, Placido Domingo und Al-fred Eschwé zusammengearbeitet.

Noch vor dem Auftritt zeigt er sich erfreut: „Für mich ist es ein Highlight des Jahres, ein Konzert in meiner Heimat zu singen. Wir hoffen, dass dem Publikum unser bunt gemischtes Programm gefällt und dass es alle Besucher vom Hocker reißt“, freut sich der Hausmeninger Kapellmeister. Das ist gelungen: Mit Standing Ovations feierten die zahlreichen Besucher den Auftritt des Konzertchores - die Karten waren binnen weniger Wochen vergriffen. Bevor die Kinder wieder die Reise nach Wien antraten gab es noch eine Stärkung im Pfarrsaal.

Die Wiener Sängerknaben freuen sich jederzeit über weitere sangesfreudige Knaben aus Niederösterreich:  „Wenn ein Kind interessiert und musikalisch begabt ist, kann es jederzeit zu uns nach Wien zu einem Vorsingtermin kommen“, ist Stech begeistert.