Blutspenden: Mit einem Nadelstich Leben retten. Rotes Kreuz will mit Aktionen auch junge Leute zum Spenden motivieren.

Von Jakob Zuser und Anna Faltner. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:13)
Rotes Kreuz
Schon 102 Mal ließ sich die Gamingerin Christa Petsch (2. von links) Blut abnehmen, um Menschen in Not zu unterstützen. Im Frühjahr 2018 bekam sie die goldene Verdienstmedaille verliehen. Im Bild mit: Ortsbetreuer Horst Pallwein, Johann Eßletzbichler, Thomas Pyringer und Manfred Großberger (Sachbearbeiter Rotes Kreuz).

Im Zuge des Weltblutspendetags am 14. Juni laufen die Blutspendeaktionen vom Roten Kreuz in Niederösterreich an. So konnten gesunde Menschen am vergangenen Freitag und Sonntag bereits in Oberndorf sowie in Reinsberg ihr Blut spenden. In den nächsten Wochen, am Freitag, 28. Juni, und Samstag, 29. Juni, besteht die Möglichkeit in Wieselburg sowie am Sonntag, 7. Juli, in Lunz.

Das Rote Kreuz startet hiermit im Bezirk Scheibbs einen großen Aufruf an die Bevölkerung. Vor allem junge Menschen stellen einen immensen Problempunkt dar – die Spendebereitschaft sei viel zu niedrig. „Wie auch in fast allen anderen Bezirken Niederösterreichs besteht bei den Blutspendeaktionen ein Mangel an jungen Menschen. Die Beteiligung ab 40 Jahren ist jedoch gut“, weiß Manfred Großberger, Sachbearbeiter des Roten Kreuzes im Bereich Blutspenden und Fachbereichsleiter für Rettungsdienst.

Im Vorjahr gaben insgesamt 4.087 Menschen aus dem Scheibbser Bezirk ihr Blut ab. Davon wurden 3.669 zugelassen, aber auch 10,23 Prozent abgelehnt. Dominic Raffetseder, Pressesprecher des Roten Kreuzes, erklärt, wie das Verfahren funktioniert: „Nur gesundes Blut wird zugelassen, damit jegliche Risikofaktoren für die Patienten ausgeschlossen werden können. Mit dieser, auf den ersten Blick, hohen Ablehnungsrate wird jedoch die maximale Sicherheit gewährt.“

Mit 5,4 Prozent ist die Zahl der Erstspender aktuell sehr gering, was aber wiederum der niedrigen Spendefreudigkeit der 20- bis 40-Jährigen geschuldet ist.

Gamingerin spendete 102 Mal ihr Blut

Eine gewisse Routine hat das Blutspenden mittlerweile bei Christa Petsch. Die Gamingerin lässt sich bis zu vier Mal pro Jahr Blut abzapfen, um damit anderen Menschen eventuell sogar das Leben zu retten. Begonnen hat die 65-Jährige damit vor rund 40 Jahren: „Mein Bruder war damals Ortsstellenleiter vom Roten Kreuz und hat mich dazu animiert. Ich mache das gerne, es tut mir gut und ich kann jemandem helfen.“

Vergangenes Frühjahr bekam sie zur 100. Blutspende die goldene Verdienstmedaille verliehen. Heute zählt sie 102 Spenden und ist stolz darauf, dass auch ihre Kinder und Enkelkinder regelmäßig zur Blutbank gehen. „Ich hoffe, ich konnte ihnen da etwas mitgeben. Aber die Jugendlichen sollte man noch mehr animieren. Wie man das anstellt, weiß ich aber leider nicht“, sagt sie. Auf den Webseiten www.blut.at sowie www.gibdeinbestes.at besteht die Möglichkeit, sich über das Thema und die nächsten Termine zu informieren.

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