Scheibbs

Erstellt am 22. Januar 2019, 05:01

von Christian Eplinger

Polizei zieht Bilanz: Mehr Alko-Tests, weniger Delikte. Polizei setzte im Vorjahr noch stärker auf Alkohol-Schwerpunktkontrollen: fast 10.000 Tests.

 |  APA (Symbolbild)

Seit drei Jahren wird der Scheibbser Bezirk alljährlich kurz vor Weihnachten von der Alko-Unfall-Statistik des Vereins „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ (früher Verkehrsclub Österreich) unangenehm vor den Vorhang geholt.

Denn seit drei Jahren nimmt der Scheibbser Bezirk in der Fünf-Jahreswertung den ersten oder zweiten Platz ein, sprich er ist einer der Bezirke mit den prozentuell meisten Verkehrsunfällen, bei denen die Fahrzeuglenker alkoholisiert waren. Daran wird sich wohl in den kommenden Jahren wenig ändern. Denn auch 2018 liegt dieser Wert im Scheibbser Bezirk bei 9,6 Prozent und damit wieder eine Spur höher als 2017 (8,3 Prozent).

Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Leopold Pitzl erläutert die 2018er-Zahlen.  |  Eplinger

Bei den 157 Verkehrsunfällen mit Personenschaden im Bezirk waren 15 Fahrzeuglenker durch Alkoholkonsum beeinträchtigt. „Man darf dies trotz allem nicht überbewerten. Denn absolut gesehen ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden bei uns im Bezirk im unteren Drittel in Niederösterreich. Dadurch ergibt sich allerdings ein höherer Prozentsatz bei den Alkoholunfällen“, erläutert der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Leopold Pitzl.

Dennoch hat die Polizei 2018 ihren Verkehrsschwerpunkt das gesamte Jahr auf Alkohol-Kon-trollen gelegt. 8.261 Vortests und 567 Alkomattests wurden durchgeführt. Um über 3.000 mehr als im Jahr davor. „Die Zahl der Alkoholdelikte am Steuer ist gegenüber den letzten beiden Jahren gesunken. Das zeigt, dass die vielen Kontrollen Wirkung zeigen. Aber alle Alko-Lenker wird man nie aus dem Verkehr ziehen können“, weiß Pitzl.

„Alkohol-Kontrollen zeigen Wirkung, aber alle Alko-Lenker wird man leider nie aus dem Verkehr ziehen.“Leopold Pitzl

Eine deutliche Steigerung gab es 2018 bei den Handy-am-Steuer-Delikten. 364 Mal kassierten die Polizeibeamten die 50-Euro-Strafe ein. Macht 18.200 Euro für den Staat. „Uns geht es nicht ums Abkassieren, sondern um die Bewusstseinsbildung. Handy am Steuer ist eine der häufigsten Ablenkungsursachen. Und gerade solche Ablenkungen sind wiederum Grund für die meisten Unfälle“, erläutert Leopold Pitzl.

So waren auch die fünf tödlichen Unfälle in diesem Jahr durch Unachtsamkeiten zum Teil in Verbindung mit erhöhter Geschwindigkeit ausgelöst worden. Dabei kam im Vorjahr nur ein Autofahrer im Straßenverkehr ums Leben. Die weiteren Todesopfer waren zwei Motorradfahrer, eine Radfahrerin und ein Traktorlenker.

Trauriger Rekord: 82 Fahrraddiebstähle

Einen Anstieg gab es 2018 bei den gerichtlich strafbaren Handlungen ohne Fahrlässigkeitsdelikte. Hier sind vor allem Diebstahls- und Einbruchsdelikte in die Höhe geschnellt. Neben einigen Kleindelikten wie aufgebrochenen Zeitungskassen und Automaten haben im Vorjahr vor allem die Fahrraddiebstähle zugenommen. Insgesamt 82 Fahrräder wurden gestohlen. Davon waren nur 34 versperrt oder in versperrtem Raum abgestellt, was einem Einbruchsdelikt gleich kommt. „Alleine von Ende August bis Ende November wurden 65 Räder gestohlen, vor allem im Bereich Wieselburg und Purgstall“, zählt Pitzl auf.

Aber die Polizei darf sich auch über Fahndungserfolge freuen. Mehrere Einbruchsdelikte sind im Vorjahr geklärt worden oder befinden sich kurz vor der Klärung, wie Pitzl erfreut verkündet. „Das ist vor allem ein Verdienst der guten Tatortarbeit unserer Kollegen.“

Stark rückläufig waren im Bezirk überraschender Weise die Cyber Crime-Delikte. „Entweder es wurden weniger Delikte angezeigt oder die Menschen werden beim Surfen im Internet beziehungsweise beim Mailverkehr doch immer vorsichtiger. Ich hoffe auf Zweiteres“, sagt Pitzl