Umweltaktion abgesagt: Müll-Tour im Alleingang. Zwar musste die Aktion „Wir halten NÖ sauber“ abgesagt werden, freiwillige Spaziergänge (allein oder mit der Familie) samt Müllsackerl sind aber gern gesehen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 28. März 2020 (04:34)
Karin Katona

Die ersten Frühlingsblumen blühen, die Sonne strahlt und im Straßengraben liegt Müll. Zeit, um aufzuräumen. Normalerweise bereiten sich die Gemeinden im Bezirk um diese Jahreszeit schon intensiv auf die niederösterreichweite Aktion „Wir halten NÖ sauber“ vor. Nun wurden die Termine (von Ende März bis Anfang April) allesamt abgesagt. Genug zu tun gebe es in den einzelnen Gemeinden aber trotzdem. Was nun?

„Leider muss auch das jährliche ‚Ramadama‘ abgesagt werden. Sie können aber bei Spaziergängen mithelfen, die Umwelt ein wenig sauberer zu machen und Verunreinigungen mit nach Hause nehmen und entsorgen“, appellierte etwa LUST-Fraktionsobmann Wolfgang Zuser an die Steinakirchner. Diesen Aufruf nahmen einige Bürger ernst und boten sich gleich an, Teile der Gemeinde von Müll zu befreien.

„Wenn wer spazieren geht und ein wenig Müll einsammeln will, begrüßen wir das natürlich. So wie wir bei ‚Ramadama‘ (geplant für 4. April) Müllsäcke zur Verfügung gestellt hätten, tun wir das auch jetzt“, betont VP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker. Einfach kurz am Gemeindeamt anrufen und Bescheid geben. Die gefüllten Müllsäcke können anschließend beim Bauhof deponiert werden, die Gemeinde kümmert sich um die Entsorgung. „Ich sehe es diesmal nicht als Schwerpunkttrupp wie sonst, aber jeder Einzelne kann trotzdem etwas für die Umwelt tun, wenn er will“, sagt Pöhacker.

Aber auch in anderen Gemeinden ist das Thema Müllsammeln keinesfalls vom Tisch. Manuela und und ihr Sohn Davide Scavelli sind sogar öfter unterwegs, um ihren Heimatort Purgstall sauber zu halten. Generell gilt aber auch hier in Coronazeiten: Spaziergänge sowie Müllsammel-Touren sollten natürlich nur im Alleingang oder mit Personen, die im selben Haushalt leben, passieren.

Müllsäcke, Handschuhe und Warnwesten vom GVU

Positiv aufgenommen wird diese Idee auch beim Gemeindeverband für Umweltschutz (GVU). Müllsäcke, Handschuhe und Warnwesten können nach telefonischer Vereinbarung direkt beim GVU abgeholt werden. „Die Ausgabe erfolgt natürlich mit der nötigen Distanz“, sagt GVU-Geschäftsführer Johann Wurzenberger. Generell sei das Müllsammeln beim privaten Spaziergang eine Sache des logischen Hausverstandes. „Ich bin selbst auch viel in der Natur unterwegs. Wenn ich etwas finde, nehme ich es natürlich mit und entsorge es“, sagt Wurzenberger.

In puncto Müllentsorgung läuft übrigens momentan alles auf Normalbetrieb, das Sammelzentrum ist besetzt. Die Hälfte des Teams verrichtet zu eingeschränkten Zeiten (7 bis 14 Uhr) Dienst vor Ort, die andere Hälfte arbeitet von Zuhause aus. „Die Müllentsorgung fährt in allen Bereichen. Wenn jemand bei uns Müll zu entsorgen hat, wird der natürlich entgegengenommen. Nur beim Strauchschnitt wissen wir noch nicht, ob alles wie gewohnt funktioniert. Das kommt jetzt darauf an, wie sich die Infektionszahlen im Bezirk entwickeln“, sagt Wurzenberger.