Göstling an der Ybbs

Erstellt am 22. Januar 2019, 04:24

von Claudia Christ

Wild versinkt im Schnee. Die enormen Schneemassen setzen Wildtiere vermehrt unter Druck. Trotz zusätzlicher Fütterung fürchten Jäger enorme Verluste, besonders bei den Rehen.

Die Fortbewegung im tiefen Schnee ist eine hohe Belastung für Wildtiere wie den Rothirsch, die daher vor allem jetzt ausreichend Äsung und Ruhe brauchen.  |  Michael Breuer

Der anhaltende, zum Teil schwere Schneefall der vergangenen Tage setzt zunehmend auch die heimischen Wildtiere unter Druck. Denn je mehr Schnee fällt, desto weniger Äsung steht für die besonders im Winter empfindlichen Wildtiere bereit.

Gleichzeitig ist für die Fortbewegung im tiefen Schnee mehr Energie notwendig. Die Jäger sind daher aktuell im Hocheinsatz, um selbst unter widrigsten Verhältnissen die Futterplätze regelmäßig aufzusuchen, zu kontrollieren und mit frischem Futter zu versehen.

Auch Bezirksjäger-Stellvertreter Georg Mandl ist derzeit mit seinen Kollegen im Revier Göstling regelmäßig unterwegs, um die Futterstellen für das Rotwild aufzufüllen. „Im Gegensatz dazu sind die Rehe durch den staatlichen Bereich nicht versorgt. Die Tiere werden nur in privaten Jagdforstbesitzungen gefüttert. Die Bundesforste fühlen sich da nicht mehr zuständig“, berichtet er. Das sei Vorgabe der Generaldirektion. „Viele Jäger können das nicht verstehen. Uns tut das Vieh einfach nur leid“, betont Mandl.

Sollten die winterlichen Bedingungen länger anhalten, rechnet der Jäger mit einer gravierenden Reduzierung des Bestandes in seinem Revier. „Es ist einfach eine Schweinerei, in unserem Revier wurden sogar Futterkästen abgebaut“, macht der Gaminger Jäger Herbert Fallmann seinem Ärger Luft.

Pia Buchner: "Ausnahmesituation in Teilen NÖs"

Pia Buchner von den Österreichischen Bundesforsten stellt klar: „Normalerweise passen sich die Tiere an die Winterverhältnisse an. Derzeit haben wir jedoch in einigen Teilen Niederösterreichs eine Ausnahmesituation. Deshalb haben wir auch in den vergangenen zwei Wochen vermehrt Heu an die Futterstellen verteilt.“

Die Pressesprecherin betont, dass der Fokus der Fütterungen auf dem Rotwild liege, jedoch auch die Rehe diese Futterstellen erreichen können. „Der Grund, warum manche Futterstellen aufgelassen werden, hat mit der hohen Population zu tun. Wir haben so viel Wild wie noch nie. Um in den Gebieten den oftmals zu hohen Wildstand zu regulieren, sollen vor allem die Rehe so in andere Gebiete umgeleitet werden“, erklärt sie.

Derzeit sollte die Bevölkerung die Lebensräume des Wildes respektieren und die Wälder möglichst meiden. Waldwege sollten nicht verlassen werden, um die Tiere nicht zu beunruhigen und unnötigem Stress auszusetzen.