Neue Lehrmethode an FH Wieselburg: „Kein richtig oder falsch“

Erstellt am 14. Mai 2022 | 08:07
Lesezeit: 2 Min
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Stefan Grohs-Müller präsentiert die MOC Lehrmethode.
Foto: FHWN
Internationales Lehrkonzept feiert Premiere am Fachhochschul-Campus.

Im Sommersemester 2022 steht am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt eine neue Unterrichtsmethode auf dem Lehrplan. Nach einer Weiterbildung an der Harvard Business School setzt Stefan Grohs-Müller aus dem Fachbereich Wirtschaft und Recht das „Microeconomics of Competitiveness (MOC)“-Lehrkonzept im Masterstudiengang „Produktmarketing & Innovationsmanagement“ ein.

Das in Harvard entwickelte Prinzip stellt vor allem die Arbeit mit Fallstudien als Unterrichtsmethode in den Fokus. Gemeinsam mit rund 120 Institutionen ist die FH Wiener Neustadt Partnerin im weltweiten MOC-Netzwerk. Innerhalb dessen haben promovierte Betriebswirtinnen und -wirte sowie Ökonominnen und Ökonomen nicht nur Zugriff auf einen Pool an Fallbeispielen, sondern auch die Möglichkeit regelmäßiger Weiterbildungen sowie die Vernetzung in Lehre und Forschung. „Ich wollte mich schon lange dieser Methode widmen, da die Komplexität von wirtschaftlichen Entscheidungen und deren Konsequenzen in einem klassischen Frontalvortrag nur eingeschränkt nähergebracht werden kann“, erklärt Stefan Grohs-Müller.

Für den Unterricht stehen den MOC Vortragenden über 30 Case Studies zur Verfügung, aus denen sie die Beispiele generieren. Näher unter die Lupe genommen werden im Rahmen des Pilotversuchs Technikunternehmen, Lebensmittelkonzerne sowie Nachhaltigkeitsbemühungen von Großkonzernen und deren Grenzen. Dabei stehen Erfolgsprojekte genauso im Fokus wie misslungene Unternehmensstrategien.

Die Studierenden bereiten sich selbstständig auf die im Unterricht aufgegriffene Fallstudie vor. Gemeinsam erarbeiten sie dann mögliche Faktoren, die Wettbewerbsfähigkeit, Strategiebildung und Innovationsfähigkeit beeinflussen. Beleuchtet wird auch, welche Unternehmensstrategien in der Vergangenheit gut funktioniert haben und welche schiefgegangen sind. Entscheidungen und Maßnahmen, die zu einem Scheitern führten, sind dabei genauso wichtig wie Erfolgsgeschichten.

„Eine Besonderheit am MOC ist: Es gibt kein richtig und falsch im klassischen Sinn. Wirtschaftliches Handeln ist auch immer ein Abwägen von Interessen und Strategien. Innovationen und neue Ideen können auch scheitern. Wichtig ist, dass die Studierenden lernen, Entscheidungen und Standpunkte faktenbasiert zu argumentieren“, berichtet Grohs-Müller, der die Methode erstmals am Campus Wieselburg einsetzt.