Bezirk Scheibbs: „Noch keine Helfer der FPÖ gesehen“. ÖVP und SPÖ unterstreichen gute Zusammenarbeit im Bezirk Scheibbs gerade in Zeiten einer Pandemie und ärgern sich über FPÖ-Aussagen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. Mai 2021 (09:20)
ÖVP-Bezirksgeschäftsführerin Katja Hochebner, ÖVP-Gemeindebundbezirksobmann Bürgermeister Franz Aigner und SPÖ-GVV-Bezirksobfrau Bürgermeisterin Renate Rakwetz (von links) unterstreichen mit einem gemeinsamen Pressegespräch die wertschätzende Zusammenarbeit über Parteigrenzen zwischen ÖVP und SPÖ gerade in Pandemiezeiten.
Eplinger, Eplinger

Schon alleine die Einladung und Zusammensetzung für das Pressegespräch am vergangenen Freitag veranschaulichte die zu transportierende Botschaft. ÖVP-Bezirksgeschäftsführerin Katja Hochebner lud zum gemeinsamen Pressegespräch der beiden Gemeindevertreter-Verbandsobleute des Bezirks Bürgermeisterin Renate Rakwetz (SPÖ, Gaming) und Franz Aigner (ÖVP, Scheibbs) ins Scheibbser Rathaus.

„Das Virus kennt kein schwarz, rot oder blau“

„Wir wollen zeigen, dass bei uns in Zeiten von Pandemie Parteipolitik nicht die geringste Rolle spielt. Seit Monaten arbeiten wir hier als ÖVP und SPÖ über Gemeinde- und Parteigrenzen mit der Bezirksbehörde und den Einsatzorganisationen bestens zusammen. Ich möchte mich hier auch bewusst bei Katja Hochebner bedanken, die viel Organisationsarbeit im Hintergrund für den gesamten Bezirk gerade beim Teststraßenangebot immer wieder übernimmt. Ein Danke gebührt dabei natürlich auch allen Freiwilligen, die hier zusammenhalten“, unterstreicht Renate Rakwetz.

Franz Aigner bestätigt: „Wir kämpfen seit einem Jahr gemeinsam gegen das Virus. Das Virus kennt kein schwarz, rot oder blau. Seit November sind wir im Bezirk in ständigem Austausch zwischen den Gemeinden und den Behörden. Mindestens einmal pro Woche gibt es eine Videokonferenz mit dem Bezirkshauptmann, bei denen fast immer auch alle Bürgermeister persönlich anwesend sind – sogar am Karsamstagaben. Das ist nicht selbstverständlich“, weiß Aigner und schließt sich dem Dank von Renate Rakwetz an die vielen ehrenamtlichen Helfer in den Test- und Impfstraßen an.

„Aufhebung hat gar nichts mit Teufel zu tun“

Umso mehr ärgern Rakwetz, Aigner und Hochebner Aussagen wie zuletzt jene vom FPÖ-Landtagsabgeordneten Reinhard Teufel, der das Ende der Ausreisekontrollen im Bezirk Scheibbs auch auf die von ihm beim Verfassungsgerichtshof eingebrachte Individualbeschwerde zurückführt – die NÖN berichtete:

„Die Aufhebung hat null mit der Beschwerde zu tun. Das hat SPÖ-Gesundheitslandesrätin Königsberger-Ludwig mit ihrer von Landeshauptfrau Mikl-Leitner und Stephan Pernkopf unterstützten Anfrage an das Gesundheitsministerium eine Woche vor dieser Beschwerde eingeleitet. Und so viel soll ein ehemaliger Kabinettschef auch wissen, dass Ministererlässe nichts mit der ÖVP und SPÖ zu tun haben. Ich bin wirklich froh, dass das Geschick unserer Gemeinden in den Händen von Leuten wie Renate Rakwetz oder Franz Aigner liegt und nicht in den Händen der FPÖ – in Zeiten wie diesen noch mehr als in normalen Zeiten“, sagt Katja Hochebner.

Dass sich die FPÖ sowie auch andere Parteien dieser wertschätzenden Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ im Bezirk – die es übrigens nicht erst seit der Pandemiezeit gäbe – künftig doch auch anschließen werden, hoffen Aigner und Rakwetz, auch wenn ihnen aktuell dazu noch etwas der Glaube fehlt.

„Ich habe leider bis jetzt noch nie gehört, dass irgendein FPÖ-Funktionär bei einer Teststraße geholfen hätte. Und auch die Vertreter anderer Listen haben meist nur Gründe, warum sie nicht können anstatt sich zu melden, dass auch sie mithelfen wollen“, sagt Aigner.

Übrigens: Die Gemeinden haben in der vergangenen Woche ihre Testfrequenz doch deutlich zurückgefahren auf das Niveau vor den Ausreisekontrollen. „Die Bereitschaft ist aber allerorts da, sobald die Öffnung mit 19. Mai stärkere Testfrequenzen benötigt, diese sofort wieder hochzufahren“, weiß Katja Hochebner.

FixeCovidTeststationenBezirk Scheibbs_Stand04052021.pdf (pdf)