Bezirk Scheibbs: Weniger Neu-Infizierte, mehr Genesene. Die Zahl der Neu-Infizierten nimmt im Scheibbser Bezirk deutlich weniger zu, als noch vor einer Woche. Dafür gibt es immer mehr Personen, die die Covid-19-Erkrankung gut überstanden haben.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. April 2020 (07:01)

"Es ist ein leichtes Durchatmen. Die Entwicklung der letzten Tage stimmt mich optimistisch. Dennoch dürfen wir aber auf keinen Fall sorglos werden", betont der Scheibbser Bezirkshauptmann Johann Seper im NÖN-Gespräch. 

98 mit Covid-19 infizierte Personen zählte man am Montagabend im Scheibbser Bezirk. Sechs davon sind schon wieder genesen. "Wir haben also aktuell 92 Infizierte bei uns im Bezirk, aber zum Glück noch immer keinen Todesfall", erläutert Seper, der rechnet und hoffft, dass die Zahl der Genesenen in den nächste Tagen stärker ansteigt als die der Neu-Infizierten. "In der vergangenen Woche kamen 'nur' mehr 25 neue Fälle hinzu, zuletzt am Wochenende waren es sogar nur mehr drei. Das stimmt mich positiv. Es ist ein Trend zu erkennen. Die Maßnahmen der Bundesregierung scheinen zu greifen", betont Seper.

Stichprobenartige Überprüfungen

Auch die Zahl der noch ausstehenden Testergebnisse lag am Montag bei rund 30 Stück deutlich unter den Werten der letzten zehn Tage. Ähnlich verhält es sich mit den auszustellenden Quarantäne-Bescheiden, die auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft von der Polizei auch stichprobenartig überprüft werden. Doch bislang sei das Verhalten der Bevölkerung im Bezirk nach wie vor sehr positiv. Auch bei den  beliebten Ausflugszielen gab es bislang noch wenig Probleme, weiß Seper. "Und wenn, dann ließen sich diese fast alle durch Aufklärung lösen. Strafen oder Anzeigen sind eher selten bei uns - und so soll es auch bleiben", hofft Seper auch zu den Osterfeiertagen auf die Vernunft der Bevölkerung.

Gerstl: Von Melk nach Mauer überstellt

Neues gibt es inzwischen auch von Wieselburg-Land-Bürgermeister Karl Gerstl. Er zählt zu den sechs Genesenen des Scheibbser Bezirks. Sein zweiter Covid-19-Test war negativ. Dennoch liegt er aktuell noch im Landesklinikum - allerdings nicht mehr auf der Isolierstation in Melk, sondern in Mauer, wo seine Probleme beim Schlucken behandelt werden. "Mir geht es von Tag zu Tag besser, aber das Schlucken macht mir noch zu schaffen. Nichtsdestotrotz möchte ich all den Ärzten, Pflegern und Mitarbeitern der Landeskliniken meine Hochachtung aussprechen. Sie verrichten in diesen Tagen unwahrscheinlich tolle Arbeit", betonte Gerstl.

Gerstl denkt inzwischen schon wieder an seine Bürgermeisteraufgaben, die derzeit von seinem Vize Gerhard Eppensteiner, der noch bis Donnerstag unter Quarantäne steht, und geschäftsführenden Gemeinderat Franz Rafetzeder ausgeübt werden. "Sobald es mir besser geht und die Corona-Ausgangsbeschränkungen gelockert sind, werden wir uns bei unseren Wirten und den Essen-auf-Rädern-Helfern bedanken. Sie leisten aktuell einen immens wichtigen Beitrag in unserer Gemeinde.

5 der 20 Betten der Isolierstation belegt

Schauplatzwechsel vom LK Mauer ins LK Scheibbs. Seit Donnerstag der Vorwoche ist dieses offiziell auch ein Covid-19-Krankenhaus. Dazu wurde eine Isolierstation für bestätigte Covid-19-Patienten mit 20 Betten im ersten Obergeschoß des Ambulanztraktes eingerichtet sowie eine weitere Station für Verdachtspatienten (Patienten mit Symptome, Testergebnis noch ausständig). Für die Isolierstation gibt es einen eigenen Zugang direkt in die Station abseits des regulären Eingangs. "Somit wird der Kontakt mit anderen Personen oder Patienten vermieden. Auch innerhalb der Klinik ist die Station entsprechend gekennzeichnet und wird geschlossen gehalten", erklärt Isabella Karner, Pressekoordinatorin des LK Scheibbs, auf NÖN-Anfrage. Am Montag waren fünf der 20 Betten der Isolierstation belegt.

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