Zittern um die Ab Hof-Messe in Wieselburg. Knapp 300 Aussteller und rund 33.000 Besucher – seit 25 Jahren zählt die Ab Hof-Messe zu den Höhepunkten im Wieselburger Messejahr. Von Freitag, 6. März, bis Montag, 9. März soll die 26. Auflage über die Bühne gehen. In Zeiten vom Coronavirus zittern die Organisatoren derzeit aber, ob sie reibungslos durchgeführt werden kann.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. Februar 2020 (07:56)
Messe-Geschäftsführer Werner Roher mit einem Desinfektionsständer, die bei der Ab Hof heuer verstärkt im Einsatz sein werden.
Christian Eplinger

Während die Schweiz schon zu drastischen Maßnahmen gegriffen und seit Donnerstag alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern verboten hat, harrt man hierzulande der Entwicklungen.

„Wir sind in laufendem Kontakt mit den zuständigen Behörden – von der Bezirkshauptmannschaft über die Landessanitätsdirektion bis hin zum Gesundheitsministerium – und halten uns strikt an die Anordnungen und Empfehlungen dieser Einrichtungen. Eine Absage von Großveranstaltungen steht derzeit nicht zur Diskussion.

Aus aktueller Sicht wird die Messe Ab Hof 2020 also in gewohntem Rahmen ablaufen, so wie wir es angekündigt haben“, betont Messe-Geschäftsführer Werner Roher im Gespräch mit der NÖN.

Italienische Aussteller bleiben zu Hause

Er warnt auch vor übertriebener Panikmache.

„Natürlich nehmen wir diese Sache sehr ernst und haben aufgrund der für einzelne Regionen Italiens bestehenden Empfehlungen des Bundesministeriums Europäische und Internationale Angelegenheiten mit drei italienischen Ausstellern vereinbart, das diese nicht an der Ab Hof teilnehmen werden. Sonstige Reisebeschränkungen oder arbeitsrechtliche Einschränkungen seitens der Wirtschafts- oder Arbeiterkammer gibt es zurzeit nicht“, weiß Roher. Für Montag ist die nächste Abstimmungsrunde mit den Behörden vorgesehen.

Inzwischen verstärkt man die Hygienemaßnahmen. „Dank der Zusammenarbeit mit den heimischen Apotheken konnten wir zusätzliche Desinfektionsspender und auch ausreichend Mittel dazu auftreiben, die in den nächsten Tagen angeliefert werden“, erklärt Roher. Auch entsprechende Vorschläge und Vorsichtsmaßnahmen für die Aussteller sind in Ausarbeitung.

Ein am Freitag getätigter Rundruf von Werner Roher bei den an diesem Wochenende laufenden Messen in Wiener Neustadt und Klagenfurt brachte unterschiedliche Ergebnisse. Während bei der „Haus und Garten“ in Wiener Neustadt die Besucherzahlen aus dem Vorjahr annähernd erreicht wurden, gab es bei der Häuslbauermesse in Klagenfurt doch ziemliche Besuchereinbußen. „Wie sich das Coronavirus auf die Besucherzahlen auswirken wird, ist schwer einzuschätzen. Normal beträgt der oft auch von der Witterung abhängige Schwankungsbereich um die 15 Prozent. Der könnte heuer durchaus etwas höher ausfallen“, fürchtet Roher.

Absage wäre enormer wirtschaftlicher Schaden

Eine Absage der Ab Hof wäre für die Messe wirtschaftlich ein Fiasko. „Die Ab Hof ist mit der Landwirtschaftsmesse die wichtigste Messe für uns. Und es geht ja dann auch um die Folgeveranstaltungen. Wir haben auch an den folgenden Wochenenden immer Events mit mehreren tausend Leuten. Wo zieht man dann die Grenze?“, hofft Roher auf eine rasche Beruhigung der Situation.