Geretteter bedankte sich bei Scheibbser Intensivstation

Der 59-jährige Karl Eder bedankte sich beim Team der Scheibbser Intensivstation, das ihm vor einem Jahr das Leben gerettet hat.

Erstellt am 18. November 2021 | 12:00
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Susanne und Karl Eder. Foto: Christian Eplinger
Foto: NOEN

5. November 2020: Der gebürtige Pöchlarner Karl Eder (damals 58), der mit seiner Frau Susanne in St. Pölten lebt und als Psychotherapeut arbeitet, wird als Covid-Patient ins Landesklinikum Scheibbs eingeliefert. Sechs Tage zuvor hatte ein Schnelltest bei ihm angeschlagen. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Schon einen Tag später kommt er auf die Intensivstation. Am 13. November wird er schließlich in den künstlichen Tiefschlaf versetzt und am 14. mit dem Notarzthubschrauber nach St. Pölten überstellt.

Eine Woche später ist Karl Eder stabil und wird nach Scheibbs zurückgeführt. Die erste Aufwachphase beginnt. Am 24. November dann aber die Hiobsbotschaft. Karl Eder hat eine Lungenembolie. In einem dreistündigen Kraftakt schafft es ein neunköpfiges Team der Scheibbser Intensivstation bestehend aus Ärzten und Pflegekräften, das Blutgerinnsel zu stoppen und wieder genug Sauerstoff ins Blut zu bekommen. Karl Eder überlebt, wird am 25. November erneut mit dem Notarzthubschrauber, diesmal in Bauchlage, nach St. Pölten geflogen, dort an ein ECMO-Gerät angehängt und bleibt weitere vier Wochen im Tiefschlaf. Erst zu Weihnachten wird er extubiert, verbringt noch ein weiteres Monat auf der Intensivstation in St. Pölten und wird am 29. Jänner 2021 in häusliche Pflege entlassen.

Zwei Reha-Aufenthalte später feiert er nun seinen „zweiten Geburtstag“ und bedankte sich bei den Ärzte- und Pflegeteams in St. Pölten und Scheibbs mit einer Fotocollage. „Sie soll motivieren. Sowohl das Team als auch die Patienten und die Angehörigen. Man muss fest an einen guten Ausgang glauben. Das war bei mir auch in der Tiefschlafphase eigentlich immer der Fall. Was alles dazu beigetragen hat, dass ich überlebt habe, weiß ich nicht. Aber die Unterstützung Eures Teams und meiner Familie war sicher entscheidend“, schildert Eder, dessen Lungenfunktion heute wieder als normal eingestuft werden kann.

„Solche Geschichten sind für uns motivierend. Denn die aktuelle Zeit ist enorm fordernd und geht auch an unsere psychischen und physischen Belastungsgrenzen. Aber Fälle wie der Ihre zeigen, dass man in unserem Beruf immer alles versuchen muss“, sagt Oberarzt Alexander Egger.